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Intelligente Stromnetze

09.02.2011: Hochrangige Vertreter aus Politik, Industrie und Wissenschaft diskutieren auf dem Campus der Universität der Bundeswehr München über die Herausforderungen von Smart Grids und Smart Meter.
Intelligente Stromnetze

Die Präsidentin der Universität Prof. Niehuss mit dem Präsidenten des Peutinger Collegiums Prof. Beck (l.) und dem Abgeordneten Dr. Uhl (r.)

Auf dem Campus der Universität der Bundeswehr München traf am 3. Februar eine Expertenrunde zum Thema „Sicherheit bei der Nutzung von Smart Grids und Smart Meter“ zusammen. Den inhaltlichen Austausch zwischen Politik, Industrie und Wissenschaft hatten der Bundestagsabgeordnete Dr. Hans-Peter Uhl, innenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, und Prof. Walter Beck, Präsident des Peutinger Collegiums, initiiert. Die Präsidentin der Universität Prof. Merith Niehuss begrüßte die rund 30 Gäste, darunter Vertreter des Bundeswirtschaftsministeriums, des Bundesumweltministeriums sowie des bayerischen Umwelt- und des bayerischen Finanzministeriums auf dem Campus. Sie betonte die Kompetenz der Universität auf dem Feld der IT-Sicherheit.

Effiziente Energieversorgung

Smart Grid trägt der komplexer werdenden Energieerzeugung Rechnung und vernetzt alle Akteure des Strommarkts, so dass Informationen über Erzeugung, Speicherung, Netzmanagement und Verbrauch vorliegen. Verbraucher müssten dazu so genannte Smart Meter, digitale Stromzähler, einbauen. Mit Smart Grid kann u.a. die Erzeugung von Strom von Kontrollsystemen gesteuert und stets nur so viel Strom wie benötigt produziert werden. Dr. Uhl umriss in seiner Begrüßung die Herausforderungen, vor denen die Politik im Hinblick auf intelligente Stromnetze noch steht. Smart Grids haben das Potential, durch Vernetzung eine effiziente Energieversorgung zu gewährleisten. „Doch Vernetzung macht auch angreifbar“, so Dr. Uhl. Gute Ideen würden sich nur durchsetzen, wenn der Verbraucher sie akzeptiert. Daher seien Themen wie die Sicherheit der Netze und Datenschutz von hoher Bedeutung.

Sicherheitsbedrohungen für Smart Grids

Die Spezialisten aus den Ministerien, der Wissenschaft und der Industrie gaben in ihren Vorträgen einen Einblick, wie weit man bezüglich Regulierungsstandards, technischen Anforderungen und Umsetzbarkeit fortgeschritten ist. Bernd Kowalski vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stellte seinen Ansatz für die verbindliche Einführung von Sicherheitsmerkmalen für Smart Grids dar. Bis Juli dieses Jahres will das BSI ein stabiles Schutzprofil für Smart Grids entwickeln. Prof. Gabi Dreo vom Institut für Technische Informatik der Universität der Bundeswehr München stellte vor, welchen IT-Sicherheitsbedrohungen Smart Grids ausgeliefert sind, wenn sie nicht ausreichend geschützt werden: z.B. Manipulation von Sensoren des Smart Grids, Mitlesen der Datenerfassung oder Ausführung von Schadcodes auf den Smart Metern.

Was kostet es – was bringt es?

Die Teilnehmer waren sich einig, dass ein hohes Schutzniveau unabdingbar sein wird, um Smart Grids durchzusetzen. Smart Grid muss ein sicheres, geschlossenes System sein, das aber – durch definierte Schnittstellen – flexibel und damit zukunftssicher bleibt. Denn nur ein modulares Konzept ermöglicht Lösungen für so verschiedene Verbraucher wie etwa Einzelhaushalte oder Industrieanlagen sowie für mögliche künftige Herausforderungen. Die Kosten-Nutzen-Analyse beschäftigte die Expertenrunde ebenfalls. Eine zu teure Technologie habe keine Chance auf dem Markt, gerade wenn die Verbraucher selbst in die Smart Meter investieren müssen. Weitere Diskussionspunkte waren die Frage nach der Verantwortlichkeit für die Wartung der Smart Meter und der dazugehörigen Software. Wer ist dafür zuständig? Auf viele der technischen Fragen habe man im Juli mit dem neuen Schutzprofil die notwendigen Antworten, so Dr. Uhl. Doch in Bezug auf die Gesetzgebung und die Akzeptanz in der Bevölkerung müssten schnell die offenen Punkte geklärt werden. Denn schließlich wolle Deutschland in Bezug auf intelligente Stromnetze „an der Spitze des Fortschritts marschieren“.

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