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Es ist eng im Heiligen Land

02.02.2010: Was passiert, wenn sich zwei Völker um ein Land streiten? Prof. Stephan Stetter bringt Schülerinnen und Schülern der Kinderuni auf anschauliche Weise den Nahost-Konflikt nahe.
Es ist eng im Heiligen Land

Prof. Stetter erklärt den Nahost-Konflikt mit Hilfe einer Krippe und deren zahlreichen Bewohnern

Warum gibt es im Heiligen Land so viel Streit? Mit dieser Frage beschäftigte sich am 27. Januar die 10. Vorlesung der Kinderuni, die von der Universität der Bundeswehr München und der Volkshochschule Südost veranstaltet wird. Kein leichtes Thema für die rund 80 Schülerinnen und Schüler im Alter von 8 bis zwölf Jahren. Doch Prof. Stephan Stetter, Professor für Internationale Politik und Konfliktforschung an der Fakultät für Staats- und Sozialwissenschaften, verstand es, den komplizierten Konflikt so zu erklären, dass die Kinder bei Nachrichten aus dem Nahen Osten künftig sehr aufmerksam zuhören werden.

Wer kriegt wie viele Zimmer?

Prof. Stetter hatte eine Krippe mitgebracht, die das Heilige Land symbolisierte. Maria und Joseph standen für die Völker, die dieses Land bewohnen: die Israelis und die Palästinenser. Von beiden hatten die Kinder schon aus den Nachrichten gehört. Doch jetzt erfuhren sie die Hintergründe zu dem Streit im Hause Israel, der schon so lange schwelt. Beide Völker haben lange in dem Land gelebt, für beide ist es Heimat, für beide ist es heilig. „Stellt Euch vor, Ihr bewohnt dieses Haus – und auf einmal kommt jemand anderes und sagt, er will jetzt darin wohnen. Begeistert wärt Ihr auch nicht, oder?“, erklärte Prof. Stetter. Und nachdem Israelis den Krieg gewannen, waren sie zwar bereit, einen kleinen Teil des Hauses an Palästinenser abzugeben – aber sicher nicht die schönsten Zimmer. Besonders hängen beide Völker an Jerusalem, das heilige Stätten wie den Tempelberg, den Felsendom, die al-Aqsa-Moschee und die Klagemauer beherbergt. Wie um ein Kind – das Jesuskind in der Krippe – streiten sich die beiden Völker um das Sorgerecht für diese Heilige Stadt. Hinzu kommen weitere Gruppen, für die Jerusalem von großer Bedeutung ist, z.B. verehren Christen die Grabeskirche als das Grab Jesu. So wird es eng im Heiligen Land …

Hoffnung auf Frieden

Wenn das Heilige Land ein Haus mit fünf Zimmern ist – warum nimmt nicht einfach jeder 2,5 Zimmer, fragte ein Mädchen. Ja, warum eigentlich nicht? Lösungsvorschläge haben schon viele intelligente Menschen gemacht, so Prof. Stetter. Doch wie es so ist bei einem langen und heftigen Streit – die beiden Parteien tun sich schwer damit, wieder Vertrauen zueinander aufzubauen. Prof. Stetter legte Wert auf die Feststellung, dass die allermeisten Menschen, die derzeit im Heiligen Land leben, ja gerne in Frieden in dem gemeinsamen Haus wohnen möchten. Auch betonte er, dass Israel nicht ein Land ist, in dem nur Streit, Krieg und Gewalt herrschen. „Es ist ein schönes Land, ein Land mit freundlichen Menschen, tollen Landschaften, leckerem Essen, viel Musik“, schwärmte der Professor, der selbst Freunde in Israel und Palästina hat. So schloss die Vorlesung mit dem hoffnungsvollen Blick auf ein Gemeinschaftsprojekt, bei dem Israelis und Palästinenser gemeinsam Musik machen. Sie singen auf hebräisch und arabisch ein Friedenslied, in dem es heißt: „Wir haben nichts Schöneres als den Frieden.“

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Fotos von der 10. Kinderuni

Video des jüdisch-arabischen Friedenslieds auf YouTube

Die nächsten Veranstaltungen der Kinderuni
 

Termine
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20 Jahre Gleichstellungsbeauftragte der UniBw München 15.10.2014 12:00 - 14:00 — Audimax, Universität der Bundeswehr München
4. Münchner Leadership Dialog 17.10.2014 09:00 - 17:30 — Universität der Bundeswehr München, Casino
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