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Besuch vom Mars? Unwahrscheinlich!

24. Juni 2009: Prof. Bernd Häusler, Professor für Raumfahrttechnik, vermittelt bei der Kinderuni Wissen über den roten Planeten – und räumt mit einigen Mars-Mythen auf.

Nichts Geringeres als „eine der größten Fragen der Raumfahrt“ behandelte Prof. Bernd Häusler, Professor für Raumfahrttechnik an der Universität der Bundeswehr München, im Rahmen der Kinderuni am 17. Juni: „Gibt es Leben auf dem Mars?“ Damit hatte er das Interesse von über 150 jungen Besucherinnen und Besuchern geweckt, die über eine Stunde lang zuhörten, mitdiskutierten – und wie immer viele Fragen hatten.

 
„Ein unwirtlicher Planet“
Zunächst vermittelte Prof. Häusler einen Eindruck dieses mythischen Planeten, der seinen Namen dem Kriegsgott der Römer zu verdanken hat. Die Oberfläche ist zerklüftet, es gibt tiefe Schluchten, riesige Vulkane, starke Sandstürme und kein Wasser. Und da der Mars nur eine ganz dünne schützende Atmosphäre besitzt, wird es sehr kalt, bis zu minus 100 Grad Celsius. „Ein unwirtlicher Planet“, so Prof. Häusler, „ich würde mich dort nicht wohlfühlen.“ Woher wissen wir schon so viel über den Mars und seine Beschaffenheit, obwohl noch nie ein Mensch ihn betreten hat? Auch das klärte Prof. Häusler auf: Satelliten kreisen über den Planeten und machen Aufnahmen; außerdem sind in den vergangenen Jahren bereits Forschungsroboter auf dem Mars gelandet und sammeln Daten, die auf der Erde ausgewertet werden. Ein Projekt, an dem auch das Institut von Prof. Häusler maßgeblich beteiligt ist.
 
Meteorit ALH84001
Für ganz kurze Zeit, so weckte Prof. Häusler die Spannung seiner Zuhörer, war die Forschungswelt davon überzeugt, dass es Leben auf dem Mars gibt. Das war in den 80er Jahren, als ein knapp 2 Kilo schwerer Meteorit – man nannte ihn ALH84001 – in der Antarktis gefunden und als Mars-Meteorit identifiziert wurde. Einige Spuren wurden als Bakterien und Mikroorganismen gedeutet. Doch mittlerweile gilt die Theorie als überholt: „Die Wissenschaft hat sich getäuscht, dieser Meteorit liefert keinen Beweis für Leben auf dem Mars“, so Prof. Häusler.
 
Keine grünen Männchen!
Und der Professor räumte auch mit einigen anderen Vorstellungen auf. „Mars attacks“, Besuch grüner Männchen vom roten Planeten auf der Erde? „Ich glaube nicht daran“, sagte Prof. Häusler. „Es gibt kein Wasser, geringen Druck und keine Spuren von Organismen – es kann dort kein Lebewesen geben.“ Und wie steht es mit dem Gegenbesuch der Menschen auf dem Mars? Auf den wird der Planet noch sehr sehr lange warten müssen, enttäuschte Prof. Häusler die Zuhörer, die nach dem spannenden Vortrag vielleicht auf eine Astronautenkarriere spekulierten. Derzeit dauert der Flug zum Mars neun Monate. Für eine Besatzung und deren Ausstattung wäre eine sehr große Rakete und damit noch viel mehr Zeit notwendig. Auszuschließen ist eine bemannte Marsmission für die ferne Zukunft nicht, so Prof. Häusler. Aber für dieses Thema ist die nächste und übernächste Forschergeneration gefordert.
 
Am 29. Juli findet die Kinderuni-Diplomverleihung statt; im Herbst wird die Kinderuni mit neuen spannenden Themen fortgesetzt.
 
 
 
 
 
 
 
Termine
Symposium "40 Jahre Erstflug TORNADO" 22.10.2014 10:30 - 19:00 — Audimax der Universität der Bundeswehr München, Geb. 33
Dies Academicus 24.10.2014 10:00 - 13:00 — Universität der Bundeswehr München, Geb. 33, Audimax
5. Unternehmensforum 25.10.2014 10:00 - 16:00 — Gebäude 33, Foyer
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