Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Autogramm vom Professor

30.07.2010: Mittlerweile Tradition bei der Kinderuni: Auch Prof. Rossen-Stadtfeld muss Autogramme geben, nachdem er seinem jungen und aufmerksamen Publikum erklärt hat, wem der Meeresgrund gehört.
Autogramm vom Professor

Autogrammstunde nach der Kinderuni-Vorlesung

Gehört Deutschland auch ein Stückchen vom Meeresgrund? Ja! Es liegt im Pazifik, südlich von Hawaii und ist etwa 75.000 Quadratkilometer groß. Dies erfuhren die Schülerinnen und Schüler, die am 23. Juni die Kinderuni-Vorlesung an der Universität der Bundeswehr München besuchten. Prof. Helge Rossen-Stadtfeld, Professor für Öffentliches Recht an der Fakultät für Wirtschafts- und Organisationswissenschaften, erklärte den 8- bis 12-Jährigen, warum Staaten so großes Interesse am Meeresgrund haben und wie die Aufteilung des Meeresgrundes international geregelt wird.

Schätze der Tiefsee

Der Großteil der Erde ist von Wasser bedeckt, auf dem Meeresboden lagern große Mengen bislang ungenutzter Rohstoffe. Nicht nur das auf der Erdoberfläche immer knapper werdende Erdöl wird vermehrt in den Tiefen des Meeres abgebaut, auch das für Batterien benötigte Lithium sowie Kobalt, Kupfer und Nickel finden sich am Meeresgrund. Unscheinbare schwarzbraune Knollen, die sogenannten Manganknollen, haben es den Rohstoff-Suchern besonders angetan: Denn die Pflanzen, die im Pazifik in 4.000 bis 5.000 Meter Tiefe den Boden bedecken, beinhalten die wertvollen Metalle. Sich ein Stück von diesem Rohstoff-Kuchen zu sichern, ist für viele Nationen interessant. Doch wer vergibt die Rechte am Meeresgrund?

Internationale Meeresbodenbehörde

Die Vereinten Nationen haben sich mit dieser Frage beschäftigt, erklärte Prof. Rossen-Stadtfeld, auch um zu verhindern, dass der Streit ums Meer zu Krieg zwischen Staaten führt. Seit 1982 besteht ein Seerechtsabkommen, das regelt, wem welcher Teil des Meeres gehört. So gehören ufernahe Gebiete noch zu den angrenzenden Staaten. Das offene Meer aber gehört niemandem – und die Vereinten Nationen haben eine Art Regierung für dieses Gebiet eingerichtet: die internationale Meeresbodenbehörde mit Sitz in Kingston, Jamaika. An diese Behörde können sich Staaten wie Deutschland wenden, wenn sie auch ein Stückchen vom Meeresboden haben möchten.

Folgen für das Ökosystem

Deutschland hat sich sein Stückchen Meeresgrund 2006 gesichert und Schürfrechte für den Abbau der Manganknollen erhalten. Im Laufe der nächsten zehn Jahre könnte Deutschland damit beginnen, mit Hilfe kleiner Roboter Manganknollen in der Tiefe des Meeres zu ernten. Doch die Besucher der Kinderuni verstanden schnell, dass für die wertvollen Rohstoffe unter Umständen ein hoher Preis gezahlt werden muss: Beim Abbau wird Dreck aufgewirbelt, Pflanzen und kleine Lebewesen könnten Schaden nehmen, die Kiemen der Fische verstopfen, das ganze Ökosystem Tiefsee aus dem Gleichgewicht kommen. „Alle wollen die Rohstoffe, aber niemand will später für den Schaden aufkommen, der vielleicht entsteht“, sensibilisierte Prof. Rossen-Stadtfeld die Kinder für das große, noch ungelöste Problem, das auf dem Meeresboden schlummert.

Fotos von der Kinderuni "Wem gehört der Meeresgrund?"

Ein Hörfunk-Beitrag des BLR zur Kinderuni "Wem gehört der Meeresgrund?"

Zur Seite der Professur für Öffentliches Recht

Die nächsten Termine der Kinderuni Herbst/Winter 2010/2011

 

Termine
6. Seminar Wasserversorgung mit Fachausstellung 16.09.2014 09:00 - 17:00 — Universität der Bundeswehr München, Geb. 36, 0221
Ausstellung "Zukunft braucht Erinnerung" 13.10.2014 16:00 - 18:00 — Universitätsbibliothek
Symposium "40 Jahre Erstflug TORNADO" 22.10.2014 10:30 - 19:00 — UniCasino der Universität der Bundeswehr München
Dies Academicus 24.10.2014 10:00 - 13:00 — Universität der Bundeswehr München, Geb. 33, Audimax
Kommende Termine…