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Ethik

Ethik im Einsatz

23.11.2006: Institut für Theologie und Gesellschaft bildet Multiplikatoren aus

ethik240x140.jpgProf. Dr. Thomas Bohrmann (Bild) vom Institut für Theologie und Gesellschaft und seine Kollegen und Mitarbeiter ereilte die Anfrage der 10. Panzerdivision aus Sigmaringen recht überraschend: Ob sie ein Seminar zur Vermittlung von „Werten und Normen“ anbieten könnten. Die 10. Panzerdivision ist derzeit verantwortlich für die Vorbereitung von Soldaten auf ihren Auslandseinsatz. Sie hat aus ihrem unterstellten Bereich neun Offiziere ausgewählt, die als Multiplikatoren „Werte und Normen“ weitergeben sollen. Spätestens seit den Schockfotos aus Afghanistan hat die Frage „Ethik im Einsatz“ in der vorbereitenden Ausbildung einen hohen Stellenwert. Prof. Bohrmann, der zurzeit die Professur für Katholische Theologie an der Universität vertritt, erklärte sich bereit: „Auf die sehr speziellen Bedürfnisse der Truppe sind wir zwar nicht vorbereitet, aber selbstverständlich haben wir spontan unsere Unterstützung zugesagt“. Gemeinsam mit seinem evangelischen Kollegen, Prof. Dr. Gottfried Küenzlen, und dessen Mitarbeiter, Dr. Jochen Bohn, entwickelte er in nur wenigen Tagen einen ersten Schulungsentwurf und verschiedene Ausbildungsmittel.

Besonderheiten einer Ethik des Soldaten
Am 20. November kamen die Multiplikatoren an die Universität, um in einem kurzen Training auf ihre Aufgabe vorbereitet zu werden. Unter dem Motto „Ethik im Einsatz – Orientierungshilfen für den Soldaten“ wurden nach grundlegenden Einführungen in Begriffe und Traditionen der Ethik zunächst die Besonderheiten einer Ethik des Soldaten in den Blick genommen. Dabei standen Leitsätze für die ethische Sensibilisierung und Orientierung im Mittelpunkt. Anschließend wurde der Soldat in seiner öffentlichen Rolle thematisiert. Die dauerhafte Medienbeobachtung und die Bedingungen einer global vernetzten Kommunikationsgesellschaft erhöhen den Druck auf die persönliche Verantwortung der Frauen und Männer im Einsatz in kaum überschaubarem Ausmaß. Auch hier ging es den Mitarbeitern des Instituts für Theologie und Gesellschaft vor allem darum, Hilfestellungen für das orientierende Gespräch mit den Soldaten anzubieten. „Wir haben heute viel gelernt und können uns jetzt unserer Aufgabe mit einem guten Gefühl stellen“, meinte Oberstleutnant Jürgen Pauker, Kommandeur des Gebirgspanzerartilleriebataillons 225 aus Füssen, unter dessen Leitung die Multiplikatoren nach Neubiberg gekommen waren. Allerdings stimmten die Teilnehmer der Schulung darin überein, dass Crashkurse für Multiplikatoren nicht ausreichen. „Wir brauchen in den Streitkräften eine breit angelegte berufsethische Ausbildung, die alle Dienstgradgruppen erfasst“, betonte Prof. Dr. Thomas Bohrmann. „Denn unter Einsatzbedingungen brauchen wir mehr denn je mündige Menschen, die kreativ aber verantwortlich entscheiden können. Sicher: Ethik ist dabei nicht alles. Aber alles ist nichts ohne Ethik!“

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