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Eroeffnung

Das Königreich hochleben lassen

30.11.2006: Zum 200. Geburtstag des Königreichs Bayern stellt die Universitätsbibliothek Persönlichkeiten der Epoche und ihre Spitzenleistungen vor

EroeffnungPrinzessin Therese von Bayern war eine mutige Frau. Bereits als 25-Jährige unternahm sie Forschungsreisen in fremde Kontinente, z.B. nach Asien und Südamerika. 11 Landessprachen lernte sie in Wort und Schrift. Ihre Reisen dokumentierte sie minutiös in Berichten und ab 1887 auch fotografisch. Wegen „glänzender Kenntnis auf dem Gebiet der Naturwissenschaft“ wurde ihr 1897 – als erster Frau – die Ehrendoktorwürde verliehen, von der Philosophischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität. Von jeder Reise brachte sie Fundstücke mit, bevorzugt botanisches Material. Ein solches Originalfundstück zeigt die Universitätsbibliothek in ihrer Ausstellung „Bayerns Gloria“: Getrocknete Strohblumen, die Therese in den brasilianischen Tropen gesammelt hat. Insgesamt 24 bayerische Persönlichkeiten, die wie Therese mit ihren wissenschaftlichen oder kulturellen Errungenschaften zum Glanz des Bayerischen Königreichs beigetragen haben, beleuchtet die Ausstellung schlaglichtartig. Am 29. November fand in sehr passendem Ambiente die Eröffnung statt: Der Kameraden- und Freundeskreis des Königlich Bayerischen Infanterie-Leib-Regimentes präsentierte zwei Original-Uniformen, und das Luftwaffenmusikkorps 1 spielte unter der Leitung Johann Orterers zeitgenössische Stücke. Unter den rund 300 Gästen war sogar ein Vertreter des Hauses Wittelsbach, Prinz Wolfgang von Bayern, der Urenkel Ludwig des III.

Bayern glänzt, München leuchtet
Ziel der Ausstellung sei es, „den geistigen Glanz in der Zeit des Königtums aufleuchten zu lassen“, so die Direktorin der Universitätsbibliothek, Dr. Stefanie Seidel. Vizepräsident Prof. Dr. Uwe Borghoff verwies in seinem Grußwort darauf, dass bereits zu Zeiten des Königreichs Bildung und Bayern hervorragend zusammen passten – und sich daran bis heute nichts geändert hat. Auch heute noch ist Bayern führend im Hinblick auf wissenschaftliche Spitzenleistungen. Prof. Dr. Hermann Rumschöttel, Generaldirektor der Staatlichen Archive Bayerns, führte die Zuhörer ein in die Hintergründe der Epoche, die oft als „Bayerns glücklichstes Jahrhundert“ bezeichnet wird. Er erläuterte, dass das Engagement der Bayerischen Könige, in den Bereichen Kunst, Kultur, Wissenschaft und Technik gezielt Innovationen voranzutreiben, auch als eine Art „Kompensation“ diente. Denn militärisch und politisch hatte das Bayerische Königreich als einer der mittelgroßen Staaten wenig zu melden. Als Ausgleich dafür galt es in anderen Bereichen zu glänzen. Außerdem sollten die Erfolge in Kunst und Wissenschaft identitätsstiftend für das Königreich, das Alt- und Neubayern integrieren musste, wirken. Dabei legten die verschiedenen Könige unterschiedliche Schwerpunkte: Während Maximilian I. vor allem die Reform der Staatsverwaltung und die Förderung der Naturwissenschaften zu verdanken ist, legte Ludwig I. den Grundstein für die Blüte der Künste: Auf ihn geht u.a. der Bau der Pinakotheken und des Königsplatzes in München zurück. Maximilian II. verdanken die historischen Wissenschaften viel, auch sorgte er für Fortschritte in der Chemie und Botanik. Ludwig II. lebte sein „Kunstkönigtum“ aus mit dem Bau der Schlösser und der Förderung der Künste, etwa Richard Wagners. Unter der Herrschaft von Prinzregent Luitpold entstanden unter anderem das Prinzregententheater, das Lenbachhaus und das Deutsche Museum in München. Die Darstellung der künstlerischen und wissenschaftlichen Errungenschaften sei allerdings ein eingeengter Blick auf die Epoche, warnte Rumschöttel. Hinter all dem Glanz dürften die ernsten Probleme jener Zeit nicht vergessen werden. Die soziale Frage, Massenflucht und Auswanderung und die kleindeutsche Militarisierung – auch das gehörte zur Wirklichkeit des Königreichs Bayern.

Die Ausstellung ist noch bis zum 31. Januar im Hauptlesesaal der Bibliothek zu sehen (Öffnungszeiten: Mo, Di, Do: 08:00-20:00, Mi, Fr: 08:00-18:00). Einige ausgewählte Stücke, etwa eine Wolkenstudie von Georg von Dillis aus dem Lenbachhaus, werden nur noch bis Weihnachten gezeigt.
 

Termine
Kolloquium: Konstruktiver Ingenieurbau 02.12.2014 18:00 - 19:00 — Universität der Bundeswehr München, Geb. 61 (Casino)
Vortragsabend Johannes Clair 03.12.2014 18:00 - 19:30 — Audimax, Geb. 33
Master-Feier 2014 13.12.2014 13:00 - 18:00 — Universität der Bundeswehr München, Geb. 33, Audimax
Kolloquium: Konstruktiver Ingenieurbau 13.01.2015 18:00 - 19:00 — Universität der Bundeswehr München, Geb. 61 (Casino)
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