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Neujahrsempfang

Unterschiede klar benennen

22.01.2009: Landesbischof Dr. Johannes Friedrich sprach beim Neujahrsempfang der Hochschulgemeinden über „Christen und Muslime“

NeujahrsempfangEine klare Position bezog der evangelische Landesbischof Dr. Johannes Friedrich in seinem Festvortrag, den er auf dem Neujahrsempfang der Hochschulgemeinden der Universität der Bundeswehr München am 21. Januar hielt. Unter dem Titel „Christen und Muslime“ appellierte er, „die Unterschiede zwischen den Religionen klar zu benennen“. Toleranz dürfe nicht mit Religionsvermischung verwechselt werden. Gleichzeitig warb er dafür, ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis zwischen Christen und Muslimen in Deutschland aufzubauen.

Klarheit und gute Nachbarschaft

Die Präsidentin der Universität der Bundeswehr München, Prof. Merith Niehuss, betonte in ihrem Grußwort, wie wichtig das Vortragsthema für die Studierenden der Universität sei. „Die Offiziere gehen in Auslandseinsätze, sie haben viel zu tun mit Religion und dem Missbrauch von Religion.“ Dr. Johannes Friedrich hat sechs Jahre lang in Jerusalem gelebt und religiöse Spannungen zwischen den verschiedenen Glaubensgemeinschaften selbst erfahren. „Es gibt keinen Weltfrieden ohne einen Religionsfrieden“, zitiert er den katholischen Theologen Hans Küng und schließt sich dessen Urteil an. Für Landesbischof Friedrich führt der Weg zu einem Religionsfrieden über „Klarheit und gute Nachbarschaft“. Dies ist auch der Titel einer Schrift, die der Rat der Evangelischen Kirche Deutschlands 2006 herausgegeben hat und die auf das Verhältnis von Christen und Muslimen in Deutschland eingeht.

Religionsfreiheit nicht in Frage stellen

Dr. Friedrich greift vier Themenkomplexe auf, die oft die Diskussion über das Zusammenleben von Christen und Muslimen bestimmen. Er geht auf den strittigen Begriff der „Mission“ ein, spricht über die „Grundrechte“, die „Gleichberechtigung der Frau“ und den „Moscheebau“. Er mahnt, die Religionsfreiheit nicht in Frage zu stellen. Selbstverständlich dürften Muslime ihre Religion in Deutschland frei ausüben, so wie es Artikel 4 des Grundgesetzes vorsieht. Daher sei für ihn der Bau von Moscheen kein strittiges Thema. „Es muss Muslimen in Deutschland möglich sein, ihre Religion in Gotteshäusern auszuüben, die ihren Vorstellungen entsprechen.“ Moscheen könnten ein „Zeichen gelungener Integration“ sein. Allerdings darf die Ausübung der Religion nicht im Widerstreit zu den Grundrechten stehen, die in Deutschland gelten. Die Anerkennung der Grundrechte, das Bejahen der demokratischen Pluralität, sei Bedingung für ein friedliches Zusammenleben.

Begegnungen auf Gemeindeebene

Entscheidend für das Verhältnis von Christen und Muslimen seien letztlich nicht die Diskussionen von „Kirchenfürsten“, sondern die Begegnungen auf lokaler Ebene, so Dr. Friedrich. Gegenseitige Einladungen, der Besuch der Konfirmandengruppe in der Moschee oder das Treffen mit dem türkischen Kulturverein – solche Aktionen könnten am allermeisten zum Abbau von Vorurteilen, zu gegenseitigem Verständnis und letztlich zur „guten Nachbarschaft von Christen und Muslimen in Deutschland“ beitragen.

Im Bild v.l.n.r.: Militärdekan Dr. Ralf Frisch (Evangelische Hochschulgemeinde), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich, Universitätspräsidentin Prof. Merith Niehuss, Militärdekan Dr. Anton Tischinger (Katholische Hochschulgemeinde)

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