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Kooperationsseminar

60 Jahre Bundesrepublik Deutschland

25.03.2009: Erstes Kooperationsseminar zwischen der Akademie für politische Bildung in Tutzing und der Universität der Bundeswehr München

60JahreBRD 240x140.jpg40 Studierende der Staats- und Sozialwissenschaften diskutierten beim ersten Kooperationsseminar zwischen der Akademie für Politische Bildung und der Universität der Bundeswehr München mit führenden Vertretern der bundesdeutschen Politik- und Geschichtswissenschaft. Im Mittelpunkt stand die bundesdeutsche Innen- und Außenpolitik der letzten 60 Jahre. Das Wochenendseminar fand vom 6. bis 8. März 2009 in den Räumen der Akademie für politische Bildung in Tutzing am Starnberger See statt. Die Leitung unterlag den Professoren Carlo Masala (im Bild rechts) und Ursula Münch (Mitte) der Fakultät für Staats- und Sozialwissenschaften in Kooperation mit dem wissenschaftlichen Referenten der Akademie, Stefan Köppl M.A. (links).

Weichenstellungen der Nachkriegszeit

Die zentralen Weichenstellungen der Nachkriegszeit analysierte der Bonner Historiker, Prof. Dr. Joachim Scholtyseck (Universität Bonn). Im Anschluss daran untersuchte Prof. Dr. Frank Decker (Universität Bonn) die Entwicklungslinien des bundesdeutschen Parteiensystems vom so genannten Zweieinhalbparteiensystem zum „fluiden Fünfparteiensystem“ der Gegenwart. Prof. Dr. Werner J. Patzelt, einer von Deutschlands führenden Parlamentarismusforschern (TU Dresden), verdeutlichte äußerst anschaulich, dass das Hauptproblem des deutschen Parlamentarismus die Undifferenziertheit der an ihm geäußerten Kritik sei.

Neue Anforderungen an die bundesdeutsche Außen- und Sicherheitspolitik

Der zweite Tag des Wochenendseminars stand im Zeichen der Außen- und Europapolitik. Die Professoren Dr. Werner Link (Universität zu Köln) und Dr. Gunther Hellmann (Universität Frankfurt am Main) diskutierten über die Herausbildung neuer globaler Machtkonstellationen nach dem Ende des Ost-West-Konflikts. Mitveranstalter Professor Dr. Carlo Masala (Universität der Bundeswehr München) untersuchte Konstanten und Wandel in den transatlantischen Beziehungen. Prof. Dr. Roland Sturm (Universität Erlangen-Nürnberg) widmete sich den politischen Folgen der europäischen Durchdringung nationaler Entscheidungsprozesse, der so genannten Europäisierung. Auf ganz besonderes Interesse bei den Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmern der Universität der Bundeswehr stieß das Referat des Mainzer Geschichtswissenschaftlers Prof. Dr. Sönke Neitzel mit dem Titel „Von der Territorialverteidigung zur Intervention“. Ausgehend von einer Analyse der Entstehung und Entwicklung der Bundeswehr stellte er die These auf, dass die deutsche Politik nicht nur erklären müsse, warum Soldatinnen und Soldaten in Auslandseinsätze ziehen und damit wofür sie kämpfen. Ebenso müsse klar werden, welchen Preis die Bundesrepublik Deutschland für diese Einsätze zu zahlen bereit sei.

Konstanten und Wandel im bundesdeutschen Sozial- und Bundesstaat

Am letzten Tag der Veranstaltung analysierte der Heidelberger Politikwissenschaftler Prof. Dr. Manfred G. Schmidt die Entwicklungslinien und Besonderheiten des bundesdeutschen Sozialstaates. Seine Analyse bezog sich auf die Zeit vor und nach der Deutschen Vereinigung. Er kam zu dem Ergebnis, dass die Bundesrepublik Deutschland mit ihrem relativ zur Wirtschaftsbasis überdimensionierten Sozialstaat sich der Gefahr eines „crowding out“ aussetze: der Einschränkung staatlicher Handlungsfähigkeit im Bereich der Daseinsvorsorge aufgrund der finanziellen Überlastung durch sozialpolitische Leistungen. Ihren Abschluss fand die Tagung mit einem Referat der Mitveranstalterin Prof. Dr. Ursula Münch zum Spannungsverhältnis zwischen Parteienwettbewerb und föderaler Ordnung. Sie zeigte auf, aus welchen Gründen die Föderalismusreform 2006 nur bedingt geeignet ist, vermeintliche Blockaden im deutschen Willensbildungsprozess zu beheben. 

Das Kooperationsseminar wurde von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ebenso wie von den Veranstaltern als großer Erfolg gewertet. Die Studierenden empfanden es als große Bereicherung, mit verschiedenen Wissenschaftlern ins Gespräch zu kommen, die sie bis dahin nur aus der Literatur kannten. Weitere Kooperation sollen folgen – nicht erst zum nächsten runden Geburtstag unserer Republik.

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