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Strassburg November 08

Europa als Friedensgarant

 

24.11.2008: Studierende im Herzen Europas unterwegs

Gebeinhaus in Verdun 240x140.jpgBrennpunkte des politischen Einigungsprozesses in Europa wie Straßburg und Luxemburg, Zeugnisse des gemeinsamen kulturellen Erbes im Kloster Maulbronn sowie tragische Momente der gemeinsamen Geschichte, verdeutlicht in den Gedenkstätten von Verdun, waren Ziel einer vom Institut für Öffentliches Recht und Völkerrecht der Fakultät für Staats- und Sozialwissenschaften durchgeführten Studienexkursion unter Leitung von Prof. Daniel-Erasmus Khan.

Der für alle Europäer immer wichtiger werdende europäische Einigungsprozess beruht auf gemeinsamen kulturellen Fundamenten und ist andererseits aber auch das Ergebnis einer an tragischen Momenten reichen gemeinsamen Geschichte. Die vom 17.-20.11.2008 durchgeführte Exkursion verfolgte das Ziel, diese Zusammenhänge für die teilnehmenden 30 Studierenden der Fakultät für Staats- und Sozialwissenschaften lebendig werden zu lassen.

Ein Ort mit historischer Vielfalt
 

Wie nirgendwo sonst in Europa spiegeln die Annalen der Stadt Straßburg entscheidende Entwicklungs- und Konfliktlinien der europäischen Geschichte wider: Protestantismus und Katholizismus, Festungsbau und Kathedralenschönheit, Adel und aufstrebendes Bürgertum, Stadtrepubliken und Absolutismus sowie nicht zuletzt deutsche und französische Machtinteressen machen diese Stadt zu einem Brennglas des meist konfliktträchtigen Aufeinandertreffens der europäischen Vielfalt in seiner ganzen kulturellen und politischen Bandbreite. Eine Stadtbesichtigung per Boot mit vielen interessanten Hintergrundinformationen sowie eine exklusive Sonderführung durch das Straßburger Münster, ein Höhepunkt des künstlerischen Schaffens des europäischen Hoch- und Spätmittelalters, ließen diese Sonderrolle Straßburg exemplarisch anschaulich werden.
Nicht zufällig ist Straßburg daher unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg zum Sitz des Europarates und des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte auserkoren worden. Die Teilnahme an einer mündlichen Verhandlung vor diesem in seiner Art weltweit einzigartigen Gericht in einem Fall, in dem es um die rechtliche Aufarbeitung des Schicksals von Personen ging, die im Zuge der türkischen Invasion auf Zypern (1973) verschwunden sind, war für alle Teilnehmer ein beeindruckender Beleg für die besondere Bedeutung, die der auch von der Türkei geteilte Wertekonsens für den europäischen Einigungsprozess spielt.

Europapolitik hautnah

Ganz anders, aber ebenso beeindruckend, war die Begegnung mit der pulsierenden Aktivität des Europäischen Parlaments, das sich immer mehr zum eigentlichen Motor des europäischen Einigungsprozesses entwickelt: Der deutsche Europaabgeordnete Helmuth Markov berichtete anschaulich und mit vielen Hintergrundinformationen versehen von seiner Arbeit. Auch hier war die anschließende Teilnahme an einer Plenarsitzung der vielsprachigen europäischen Legislative, die heute direkt oder indirekt für mehr als 70 Prozent des in Deutschland geltenden Rechts verantwortlich ist, ein unvergessliches Erlebnis.

Im Sinne des jüngst am Volkstrauertag von Jean-Claude Juncker, dem luxemburgischen Ministerpräsidenten, so treffend formulierten Appells („Wer an Europa zweifelt, sollte Soldatenfriedhöfe besuchen“), besuchte die Gruppe dann die erschütternden Gedenkstätten der unvorstellbar verlustreichen (800.000 Tote) Stellungskämpfe des 1. Weltkrieges um Verdun. Eindrücklicher kann man nicht erfahren, dass die europäische Einigung als Garant des Friedens in Europa ohne Alternative ist. In gewisser Weise gegensätzlich war der Besuch im Kloster Maulbronn, das im Rahmen einer kunst- und kulturhistorischen Sonderführung durch Dr. Karin Stober das reiche christlich-kulturelle Erbe Europas und mit der großen Ordensbewegung der Zisterzienser auch eine Frühform europaweiter geistiger, aber auch politische rund wirtschaftlicher Kooperation anschaulich machte.

Lob für interessierte Studenten

In Luxemburg stand zum Abschluss mit einem Besuch des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) ein weiteres Highlight auf dem Besuchsprogramm: Die Studierenden hörten eine lebhafte Verhandlung vor einer Kammer des EuGH sowie die sachkundigen Erläuterungen von Dr. Oliver Landwehr. Die Studierenden nutzen die Gelegenheit zu vielen Fragen. „Viele Gruppen von Jurastudenten sind weniger interessiert und kompetent als diese Studenten“, so das anschließende Lob von  Dr. Landwehr.

 

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