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Landeskulturpreis 2008

Deutscher Landeskulturpreis für Dr. Schäuble

17.10.2008: Feierliche Preisübergabe durch Umweltminister Uhlenberg


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 Am 16. Oktober 2008 überreichte der Minister für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, Herr Eckhard Uhlenberg, auf der 29. Bundestagung der DLKG in Gummersbach Frau Dr.-Ing. Doris Schäuble den Förderpreis der Deutschen Landeskulturgesellschaft. Mit dem Preis würdigt die DLKG die hervorragende wissenschaftliche Leistung der Dissertation von Frau Schäuble mit dem Thema „Nutzungstausch auf Pachtbasis als neues Instrument der Bodenordnung“. Der Deutsche Landeskulturpreis wird jährlich vergeben und zeichnet beispielgebende Leistungen in Wissenschaft und Praxis aus. 

Beitrag der Wissenschaft zur Landentwicklung

In seiner Laudatio hob Prof. Axel Lorig, Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz, die besondere Bedeutung der Arbeit für die Praxis der Landentwicklung in Deutschland hervor: „Frau Doris Schäuble hat in ihrer Dissertation mit dem Titel Nutzungstausch auf Pachtbasis als neues Instrument der Bodenordnung die wissenschaftlichen Grundlagen für eine neue Methodik zur Zusammenlegung von landwirtschaftlichen Nutzflächen auf der Basis des in  praktischer Arbeit neu entworfenen Instrumentes entwickelt. Der besondere Wert der Arbeit wird deutlich, wenn man sich vor Augen hält, dass vor allem in den ehemaligen Realteilungsgebieten Deutschlands nach wie vor eine starke Besitzzersplitterung vorliegt und für über 75 % der Agrarflächen ein dringender Arrondierungsbedarf besteht. Nur durch eine weitere Zusammenlegung kann auch in Zukunft eine flächendeckende Landwirtschaft und damit Pflege der Kulturlandschaft sichergestellt werden. Auf Grund ihrer begrenzten Kapazität kann die Bodenordnung nach dem Flurbereinigungsgesetz diesen Neuordnungsbedarf jedoch kaum erfüllen. Hinzu kommt, dass die Effektivität der Bodenordnung auf Eigentumsbasis bei stetig steigendem Pachtlandanteil stark abnimmt.

Erste wissenschaftliche Arbeit zur freiwilligen Bodenordnung

Vor diesem Hintergrund kann der Freiwillige Nutzungstausch auf Pachtbasis die Instrumente zur ländlichen Neuordnung wirkungsvoll ergänzen. Obwohl Vorläufer und erste Ursprünge bis in die 40er Jahre des vorigen Jahrhunderts zurückreichen, lag bisher keine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Thematik vor. Diese Lücke wird durch die Dissertation von Frau Schäuble geschlossen. Dabei konnte sie die praktischen Erfahrungen umfassend einbeziehen und auswerten. Einleitend stellt die Arbeit die Entwicklung und gegenwärtige Praxis der freiwilligen Bodenordnung in Deutschland erstmals geschlossen dar. Hierauf aufbauend werden repräsentative Fallbeispiele ausgewählt und eingehend analysiert, was die Erfolgsfaktoren, aber auch die bisher ungeklärten Problembereiche hervortreten lässt. Die weitere Betrachtung führt im Ergebnis zu einer Systematik der verschiedenen Vorgehensweisen und geschlossenen Methodik der Flächenarrondierung auf Pachtbasis. Dabei werden sowohl die einzelnen Verfahrensschritte systematisch entwickelt, als auch alle bislang offenen Rechtsfragen geklärt.

Impulse für die ländliche Bodenordnung

Die Dissertation zeichnet sich vor allem durch ihren umfassenden Ansatz sowie ihre tief greifende Evaluation und stringente Behandlung der überaus komplexen Materie aus. Sie findet mittlerweile bundesweit Beachtung und gibt der Landentwicklung wichtige Impulse zur Intensivierung der freiwilligen Bodenordnung. Frau Schäuble ist es damit in beispielgebender Weise gelungen, wissenschaftliche Methodenentwicklung auf der Grundlage der Praxis zu erarbeiten und diese Ergebnisse wiederum unmittelbar in die Praxis der ländlichen Bodenordnung einfließen zu lassen, was ihre Arbeit neben der hervorragenden wissenschaftlichen Leistung besonders wertvoll macht.“

Frau Doris Schäuble war von 2002 bis 2007 wiss. Mitarbeiterin an der Professur für Landmanagemet der Fakultät für Bauingenieur- und Vermessungswesen. Die Dissertation ist als Heft 82 in der Schriftenreihe des Studiengangs Geodäsie und Geoinformation der Universität der Bundeswehr München erschienen und kann auch digital über die Universitätsbibliothek abgerufen werden.