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Exkursion Stettner

Studierende auf den Spuren der NS-Geschichte

05.11.2008: Exkursion von Prof. Stettner mit Besuch von Originalschauplätzen


Reichsparteitagsgelände Nürnberg240x140.jpgZur Vertiefung des Studiums der Staats- und Sozialwissenschaften werden von Professoren der Fakultät SOWI regelmäßig Exkursionen angeboten. Prof. Rupert Stettner (Verfassungs- und Verwaltungsrecht) startete in diesem Jahr seine mehrjährig angelegte Exkursionsreihe zum Thema „Städte unter dem Hakenkreuz“. Nach einem vorgeschalteten Exkursionstag in München zu Stätten des Nationalsozialismus, dazu gehörte auch die Besichtigung der normalerweise nicht zugänglichen Hitlerwohnung am Prinzregentenplatz, reiste die Gruppe Mitte Oktober über Nürnberg nach Prag und Wien. „Ziel war es, den Studierenden interdisziplinäre Zugänge zu einem politisch, staatsrechtlich und ethisch nach wie vor nicht bewältigten Themenkomplex abseits des Hörsaals zu ermöglichen“, so Stettner.

Orte tragischer Ereignisse besichtigt

So wurden in Nürnberg mit dem Schwurgerichtssaal 600, in dem der Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess stattfand sowie dem Reichsparteitagsgelände bedeutende historische Orte besucht. In Prag fanden die Exkursionsteilnehmer mit Hilfe des dortigen Militärattachés,  Oberstleutnant Riediger, Zugang zum Botschaftsgebäude, das 1989 Ziel einer gewaltigen Welle von DDR-Flüchtlingen war, denen letztlich die Ausreise gestattet wurde. Neben einem Besuch im tschechischen Senat erfolgte ein Vortrag des tschechisch-deutschen Publizisten Petr Brod zur Geschichte des Judentums in Böhmen als Vorbereitung zu einem Besuch im weltberühmten Jüdischen Museum. Die Ereignisse aus der Zeit zwischen 1939 und 1945 standen besonders im Fokus. Im Beisein des Verteidigungsattachés wurde die Kirche besucht, in der sich im 1942 mehrere Soldaten der tschechischen Exilarmee nach ihrem Attentat auf den damaligen deutschen „Reichsprotektor von Böhmen und Mähren“, Reinhard Heydrich, versteckten und bei Erstürmung der Kirche durch Gestapo und Wehrmacht Selbstmord verübten. Die Nationalsozialisten löschten als Rache für die Ermordung Heydrichs am 09.06.1942 die ganze Ortschaft Lidice aus; die erschütternde Gedenkstätte stand ebenfalls auf dem Besichtigungsprogramm.

Geschichte von Deutschland und Österreich beleuchtet
 

In Wien sollte den Teilnehmern die Stadt nahe gebracht werden, in der Hitler 1938 vor einer jubelnden Menschenmenge auf dem Heldenplatz einen seiner größten Triumphe feierte. Ein Besuch im Militärhistorischen Museum, der bei der blutbefleckten Uniform des in Sarajewo ermordeten Thronfolgers begann und bis 1945 führte, zeigte den Teilnehmern die unglückselige Geschichte Deutschlands und Österreichs in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Exkursion bewegte sich in Wien aber auch auf internationalem Terrain. Ein Besuch der UNO-City stand auf dem Programm. Die Teilnehmer wurden nach einem Rundgang in einem Vortrag mit anschließender Diskussion in die Aufgaben und Projekte der internationalen Atomenergiebehörde eingewiesen. Danach stand ein Besuch des Österreichischen Verfassungsgerichtshofs auf dem Programm, wo die Studierenden Gemeinsamkeiten und Unterschiede der jeweiligen Verfassungsgerichtsbarkeit feststellen konnten.

Für Prof. Stettner war „die Exkursion eine insgesamt geglückte Veranstaltung mit einem herausragenden wissenschaftlichen Programm und Teilnehmern, die selbst auch durch Referate zum Erfolg beitrugen.“
 

Termine
Dies Academicus 24.10.2014 10:00 - 13:00 — Universität der Bundeswehr München, Geb. 33, Audimax
5. Unternehmensforum 25.10.2014 10:00 - 16:00 — Gebäude 33, Foyer
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