Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Kinderuni Frieden

Warum ist Frieden so schwierig?

17.04.2008: 80 Kinder und ein Politikprofessor sprechen über Krieg und Frieden

MasalaEin ernstes Thema behandelte Prof. Carlo Masala mit den 80 Schülerinnen und Schülern, die am 16. April die Kinderuni der Universität der Bundeswehr München und der Volkshochschule Neubiberg-Ottobrunn besuchten. „Warum ist Frieden so schwierig?“, lautete die Frage, die der Professor für Internationale Politik den Kindern in einer einstündigen Vorlesung beantwortete. Prof. Masala beruhigte die 8- bis 12-Jährigen zunächst: „Krieg ist heute die Ausnahme.“ 192 Staaten gibt es auf der Welt, in 35 herrscht Krieg. Die meisten Staaten leben im Frieden.

Wie ensteht überhaupt Krieg?

Geht uns das dann überhaupt etwas an, fragte Prof. Masala, wenn irgendwo fremde Staaten Krieg führen? Die Kinder kamen schnell darauf, dass das Thema für sie wichtig ist. Fast jedes von ihnen hat Freunde oder Mitschüler aus Afrika oder dem ehemaligen Jugoslawien, die wegen eines Krieges nach Deutschland flüchten mussten. Und sie hatten auch viele Ideen, warum man bei Konflikten und Kriegen nicht wegschauen darf: „Man muss die Staaten überzeugen, Frieden zu machen“, lautete ein Vorschlag. Doch um Konflikte zu lösen und Kriege zu beenden, ist es erst einmal wichtig, die Ursachen zu kennen. Die veranschaulichte Prof. Masala ganz deutlich: Aggressive Menschen und Staaten können Kriege anzetteln, Staaten können Angst voreinander haben oder um knappe Güter kämpfen.

1 Apfel für 80 Kinder

Einen einzigen Apfel hatte Prof. Masala mit in die Vorlesung gebracht. Doch fast alle Kinder hätten ihn gern gehabt. So leicht können Konflikte um knappe Güter entstehen. Staaten zum Beispiel führen Krieg um das Wasser eines Flusses, der durch beide Länder fließt, erklärte Prof. Masala. Erschwerend kommt hinzu, dass es in der internationalen Politik keine Regierung gibt, die über den Staaten steht und entscheiden könnte. Doch es gibt verschiedene Methoden, wie Krieg beendet und „positiver Frieden“, das heißt dauerhafter, stabiler Frieden, hergestellt werden kann. Krieg führende Gruppen voneinander zu trennen, ist die eine Möglichkeit, erklärte Prof. Masala. Dies wurde zum Beispiel im ehemaligen Jugoslawien praktiziert. Eine andere Lösung für Konflikte kann die Integration ehemals verfeindeter Staaten sein. Sie rücken enger zusammen, werden abhängig voneinander – und haben kein Interesse mehr daran, gegeneinander Krieg zu führen. Den Kindern war schnell klar: Die Europäische Union ist ein Beispiel für die Umsetzung dieses Integrationsprinzips.

Niemanden vom Frieden ausschließen
 

Doch Friedenskonzepte scheitern, wenn nicht alle Konfliktparteien daran beteiligt werden. Ein Frieden, der einen Staat oder eine Gruppe ausschließt, führt oft wieder zu Krieg. „Niemand darf vom Frieden ausgeschlossen sein“, betonte Prof. Masala. Oder – wie es eines der Kinder ausdrückte – : „Frieden funktioniert nur, wenn dann alle zufrieden sind.“

Fotos von der Kinderuni

Zur Homepage von Prof. Carlo Masala, Professor für Internationale Politik an der Universität der Bundeswehr München

Zur Seite der Volkshochschule Neubiberg-Ottobrunn

Bericht und Fotos von der Kinderuni "Wie reden Rechner miteinander?"

Bericht und Fotos von der Kinderuni "Wie fliegt ein Flugzeug ohne Pilot?"

 

 

Termine
Kolloquium: Konstruktiver Ingenieurbau 04.11.2014 18:00 - 19:00 — Universität der Bundeswehr München, Geb. 61 (Casino)
Kinderuni 12.11.2014 16:00 - 17:00 — Universität der Bundeswehr München, Geb. 33, Foyer
Kolloquium: Konstruktiver Ingenieurbau 02.12.2014 18:00 - 19:00 — Universität der Bundeswehr München, Geb. 61 (Casino)
Master-Feier 2014 13.12.2014 13:00 - 18:00 — Universität der Bundeswehr München, Geb. 33, Audimax
Kommende Termine…