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Hieroglyphen

Schnellkurs in Hieroglyphenkunde

10.01.2007: Vortrag in der Bibliothek über Schrift und Literatur im alten Ägypten

SchoskeZum Abschluss der Jahresausstellung „Zeichenvorrat – Das ABC der Menschheit bewahren“ veranstaltete die Universitätsbibliothek erstmals eine „Finissage“. Dr. Sylvia Schoske, Leiterin des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst München, hielt einen Vortrag über „Hieroglyphen ohne Geheimnis: Schrift und Literatur im alten Ägypten“. Rund 80 Zuhörer ließen sich von der ausgewiesenen Ägyptologin in die Welt der altägyptischen Hieroglyphen einführen.


 

Hieroglyphen waren im alten Ägypten die „Druckschrift“, die sich – in Stein geritzt – beispielsweise auf Tempeln, Gräbern und Gedenksteinen findet. Der Durchbruch bei der Entzifferung von Hieroglyphen gelang 1822 mit Hilfe des auf einem Napoleonfeldzug in Ägypten entdeckten Steins von Rosetta: Jean-François Champollion entschlüsselte anhand dieses mit drei verschiedenen Schriften beschriebenen Steins die Hieroglyphen. „Erstmals war klar, dass Hieroglyphen nicht gedeutet werden mussten, sondern gelesen werden konnten“, so Dr. Schoske. Sie gab einen kurzen Schnellkurs in Sachen Hieroglyphen-Lesen:

  • Hieroglyphen werden immer entgegen der Blickrichtung der abgebildeten Tiere und Menschen gelesen
  • Zwischen den einzelnen Hieroglyphen gibt es keine Abstände
  • Hieroglyphenschrift enthält keine Vokale

Alte Schrift - zeitlose Inhalte

Überliefert aus dem alten Ägypten sind neben den Inschriften auf Stein auch Texte auf Papyrus oder Kalksteinsplittern. In der Ausstellung der Universitätsbibliothek war als Leihgabe des Museums Ägyptischer Kunst München ein Relief auf Kalkstein aus dem Grab des Bakenrenef (590 v. Chr.) zu sehen. So fremd die Schriftzeichen auch wirken, so aktuell sind doch die Inhalte vieler Texte aus dem alten Ägypten noch heute. Dr. Schoske gab einige Kostproben aus biografischen, historischen und religiösen Texten. Diese handelten beispielsweise von Ratschlägen des Vaters an seinen Sohn, vom „Gespräch eines Mannes mit seiner Seele“ oder beinhalteten „Dienstanweisungen für Wesire“. Sie habe sich für den Vortrag einige ihrer Lieblingstexte ausgesucht, sagte Dr. Schoske: „Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, mit wie vielen Fragen, die wir uns heute stellen, sich auch schon die alten Ägypter beschäftigt haben.“

Mehr zur Jahresausstellung der Universitätsbibliothek (zu sehen bis 15. Januar)

Zur Seite des Museums Ägyptischer Kunst München

 

 

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20 Jahre Gleichstellungsbeauftragte der UniBw München 15.10.2014 12:00 - 14:00 — Audimax, Universität der Bundeswehr München
4. Münchner Leadership Dialog 17.10.2014 09:00 - 17:30 — Universität der Bundeswehr München, Casino
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