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Verhoeven

Filmgespräch mit Michael Verhoeven

21.11.2007: Regisseur Michael Verhoeven präsentiert seinen Film „Der unbekannte Soldat“

Verhoeven, SchrautÜber sechs Jahre hat Michael Verhoeven an diesem Film gearbeitet, 200 Stunden Filmmaterial dafür gesammelt. Entstanden ist der Dokumentarfilm „Der unbekannte Soldat“. Er beschäftigt sich mit der Ausstellung „Verbrechen der Wehrmacht“, die in den 90er Jahren in mehreren deutschen Städten gezeigt wurde und teilweise heftige Reaktionen hervorrief. Diese Reaktionen waren der Ausgangspunkt für Michael Verhoeven. Er begab sich auf Spurensuche, ließ Gegner und Befürworter der Ausstellung zu Wort kommen, stöberte in Archiven und reiste an die Orte des Verbrechens in der Ukraine und in Weißrussland. Am 20. November präsentierte er auf Einladung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern „Der unbekannte Soldat“ an der Universität der Bundeswehr München und kam mit Studierenden der Universität ins Gespräch.

Ein persönlicher Dokumentarfilm
Prof. Sylvia Schraut, Professorin für Deutsche und Europäische Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert an der Universität der Bundeswehr München, moderierte die Veranstaltung. Sie stellte Verhoeven als einen „politischen Filmemacher“ vor, der sich unter anderem mit Filmen wie „Das schreckliche Mädchen“ (Oskarnominierung) und „Die weiße Rose“ einen Namen gemacht hat. Aus Sicht der Historiker seien die Reaktionen auf die Wehrmachtsausstellung in den 90er Jahren überraschend gewesen, so Prof. Schraut. Denn die Erkenntnisse, die dort präsentiert wurden, waren nicht neu: Dass die Wehrmacht in Verbrechen verstrickt war, daran gebe es keinen Zweifel. Doch in den 90er Jahren und wohl auch heute noch rufe das Thema Protest und Widerspruch hervor. Daher sei es wichtig, Geschichtsaufarbeitung zu betreiben. Regisseur Verhoeven stellte sich nach der Vorstellung seines Films den Fragen von Studierenden, Mitarbeitern und Gästen der Universität. Er betonte, dass er für seinen Dokumentarfilm einen persönlichen Zugang gewählt habe und „seinen eigenen Weg gegangen“ sei. Der Fokus seines Interesses habe sich dabei während des Entstehungsprozesses immer wieder gewandelt. Wichtig seien für ihn neben der Darstellung der Verbrechen auch die Beispiele von Menschen gewesen, die gezeigt haben, dass es möglich war, sich Befehlen zu widersetzen. Er freut sich, dass sein Film, der 2006 in den Kinos lief und bald auch im Fernsehen zu sehen sein wird, die Diskussion über die Ausstellung verlängert hat und sich Menschen mit der schwierigen Frage über Schuld und Verantwortung auseinandersetzen. Er sei aber sehr vorsichtig mit Schuldzuweisungen, so Verhoeven. Niemand könne wissen, wie er sich damals verhalten hätte. „Heute haben wir es leichter, anständig zu sein.“

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