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Thomas Reiter

Ein Astronaut im Hörsaal

21.09.2007: Thomas Reiter kehrt an „seine“ Uni zurück und hält einen begeisternden Vortrag

ReiterDas zweite Mal stehe er nun „auf dieser Seite“ des Audimax, erzählt Thomas Reiter zu Beginn seines Vortrags. Viel öfter saß er als ganz normaler Student in den Bankreihen; zuletzt bei seiner Diplomierungsfeier im Jahr 1982. Danach hat der Absolvent des Studiengangs Luft- und Raumfahrttechnik eine steile Karriere hingelegt. Er wurde in den USA zum Jetpiloten ausgebildet und absolvierte als Testpilot mehr als 2000 Flugstunden. 1992 berief ihn die Europäische Weltraumorganisation ESA in ihr Astronautenkorps. Thomas Reiter ist Oberst der Luftwaffe und nahm 1995 und 2006 an internationalen Weltraummissionen teil. Er hat 350 Tage im All verbracht. Nun kehrte er an seine „alte Uni“ zurück und berichtete von seinem Aufenthalt auf der Raumstation ISS im vergangenen Winter.

Anhand von Bildern und Filmen brachte Thomas Reiter den rund 400 Zuhörern die Faszination – und die Schwierigkeiten – einer Weltraummission nahe. Er nahm sie mit auf eine schwerelose Kamerafahrt durch die internationale Raumstation und erläuterte beispielsweise die Unterschiede zwischen dem russischen und dem amerikanischen Bereich. Auch einen Blick in die winzige Schlafkammer des Astronauten durfte man werfen oder dabei zusehen, wie die Astronauten „mit dem Essen spielen“ – wenn ihnen zum Beispiel eine Grapefruithälfte sanft entgegenschwebt.

Alles andere als ein Spaziergang
Einer der Höhepunkte seines Aufenthalts auf der ISS sei sein Außeneinsatz gewesen, berichtete Reiter. Allerdings sträubte er sich dagegen, das gebräuchliche Wort „Weltraumspaziergang“ zu benutzen. „Das ist alles andere als ein Spaziergang, das ist harte Arbeit“, stellte er klar. Während des sechsstündigen Einsatzes in der Allatmosphäre, bei dem Reparaturarbeiten durchgeführt und Installationen für wissenschaftliche Experimente angebracht werden müssen, verliere man rund zwei bis drei Liter Schweiß. Aber die kurzen Momente, in denen Zeit ist, einen Blick um sich zu werfen, entschädigen für die Anstrengungen: „Näher kann man dem Weltraum einfach nicht kommen“, fasst Reiter zusammen. Die Eindrücke seiner Allaufenthalte verarbeite er immer noch. „Das begleitet mich sicher ein Leben lang.“

Deutsches Labor auf der ISS
Im Dezember dieses Jahres soll das deutsche Columbus-Labor an die ISS andocken. Damit ist dann auch Europa mit einem eigenen bemannten Modul im All vertreten. Das Kontrollzentrum für Columbus liegt im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen. Es ist unter anderem für die wissenschaftlichen Aktivitäten und den Betrieb des Columbus-Labors im All verantwortlich. Die weitere Entwicklung der bemannten europäischen Raumfahrt wird Thomas Reiter künftig von der Erde aus maßgeblich beeinflussen. Im August gab das DLR bekannt, dass Reiter neuer Raumfahrt-Vorstand wird und künftig den Bereich Raumfahrtforschung und -entwicklung leitet. Der nächste Karriereschritt für einen Absolventen der Universität, der immer ganz hoch hinaus will.

Mehr zu Thomas Reiter und seiner Berufung in den DLR-Vorstand 

 

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