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Kooperation

Kooperationsabkommen mit dem Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung

26.04.2007: Universität und Bundesamt wollen bei der Weiterentwicklung des strategischen öffentlichen Einkaufs zusammenarbeiten

AbkommenAm 20. April unterzeichneten die Präsidentin der Universität der Bundeswehr München, Prof. Merith Niehuss, und der Erste Direktor des Bundesamts für Wehrtechnik und Beschaffung, Siegfried Hoos, eine Kooperationsvereinbarung. Universität und Bundesamt wollen gemeinsam den strategischen öffentlichen Einkauf verbessern.

Bisher ist strategische Beschaffung im öffentlichen Sektor keine Selbstverständlichkeit. Das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) übernimmt für den Bund eine Vorreiterrolle bei der Etablierung strategischer Beschaffungskonzepte. Mit der Einrichtung der Serviceabteilung Strategischer Einkauf der Bundeswehr ist ein wichtiger Meilenstein erreicht. Die Universität der Bundeswehr München wiederum hat mit dem Institut für Recht und Management öffentlicher Beschaffung (IRMöB) eine zentrale Forschungsinstitution etabliert, die sich explizit dem öffentlichen Einkauf widmet. Es handelt sich um das einzige Universitätsinstitut in Deutschland, das den öffentlichen Einkauf aus betriebswirtschaftlicher und juristischer Perspektive interdisziplinär erforscht.

Dissertationsprojekte und Workshops
Die Serviceabteilung des BWB und das Institut für Recht und Management öffentlicher Beschaffung der Universität haben nun eine Partnerschaft vereinbart, die das Ziel verfolgt, strategische öffentliche Beschaffungskonzepte weiterzuentwickeln, wobei

  • die Durchdringung dieser Konzepte in der Verwaltungspraxis erhöht,
  • die konzeptionelle Fortentwicklung gestärkt und
  • die Verbreitung des Ansatzes in der engeren (Verwaltungs-, Unternehmens- und direkt betroffener Stakeholder-) sowie in der weiteren Öffentlichkeit (Bürger, Interessenten etc.) vorangetrieben werden soll

Der Schwerpunkt liegt dabei in der öffentlichen Beschaffung der Bundeswehr (Defence Sector). Damit erschließt sich ein großes Optimierungspotenzial für die öffentliche Hand. Konzepte und Instrumente des strategischen Beschaffungsmanagement, die in privatwirtschaftlichen Unternehmen häufig bereits erfolgreich realisiert sind, müssen auf ihre Tauglichkeit für den öffentlichen Sektor geprüft, weiterentwickelt und um spezifische Eigenentwicklungen zu einem Gesamtansatz verbunden werden. Zu den ersten konkreten Projekten gehören Dissertationsprojekte, u.a. zum Thema „Strategische öffentliche Beschaffung“ oder „Public Supply Chain Management“ sowie ein Workshop mit Vertretern der Bundeswehr und anderer öffentlicher Auftraggeber zum Thema „Sicherheit in öffentlich-privaten Wertschöpfungsketten“. An diesem ist auch die neue Professur Wissensmanagement & Geschäftsprozessgestaltung der Fakultät für Wirtschafts- und Organisationswissenschaften beteiligt. Damit wird ein Beitrag zum universitätsweiten Forschungsschwerpunkt „Safety and Security in a Networked Society“ geleistet.

Einkaufsvolumen der öffentlichen Hand um 2 Prozent senken – Entwicklungshilfe verdoppeln
Der öffentliche Sektor vergibt jedes Jahr Aufträge für Sach- und Dienstleistungen im Wert von ca. 260 Milliarden Euro an private Unternehmen. Obwohl dies 13% des Bruttoinlandsproduktes entspricht, weist der öffentliche Einkauf noch hohes Optimierungspotenzial auf. Die Beschaffung erfolgt überwiegend anlassgetrieben über ca. 30.000 Vergabestellen durch eine Vielzahl von Einzelvergaben. Hierdurch werden Nachfragemacht, Standardisierung und Digitalisierbarkeit eingeschränkt. Ebenso führt dieses Vorgehen zu geringer Transparenz und zu hohen Prozesskosten. Dabei ist die Erfolgswirkung der öffentlichen Beschaffung enorm: Sollte es gelingen, das oben skizzierte Einkaufsvolumen um lediglich 2% zu senken, könnte beispielsweise das Entwicklungshilfebudget Deutschlands verdoppelt werden.

Zur Vertragsunterzeichnung am 20. April trafen sich v.l.n.r. Siegfried Hoos, Erster Direktor und Leiter Serviceabteilung Strategischer Einkauf Bw, Sven Hischke, Servicebereichsleiter im BWB, Prof. Merith Niehuss, Präsidentin der Universität, Prof. Michael Eßig, Leiter des IRMöB, Prof. Helge Rossen-Stadtfeld, Dekan der Fakultät Wirtschafts- und Organisationswissenschaften und Leiter des IRMöB.

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