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Erös

Spannender Ausbildungsabschnitt

04.05.2007: Oberstarzt a.D. Dr. Reinhard Erös spricht über seine Erfahrungen in Afghanistan

Eroes Die Ausbildung zum Helfer im Sanitätsdienst nimmt bei der Bundeswehr eine wichtige Rolle ein. Auch die Studierenden der Universität müssen sich auf dem aktuellen Stand halten und regelmäßig Ausbildungsabschnitte absolvieren. An der Universität führt das Sanitätszentrum die Ausbildung zum Helfer im Sanitätsdienst durch. Sie umfasst 16 Stunden Erste Hilfe Kurs sowie acht Stunden Schulung über eher militärische Themen, z.B. Hygiene im Einsatz oder ABC-Schutzmaßnahmen. Im Rahmen der Helfer im Sanitätsdienst-Ausbildung sprach am 25. April der ehemalige Oberstarzt der Bundeswehr Dr. Reinhard Erös über „Stress und Stress im Einsatz“. Erös verfügt über umfangreiche Erfahrungen im Auslandseinsatz, u.a. in Afghanistan. Er hat dort die "Kinderhilfe Afghanistan" gegründet.

Erös war bereits in den 80er Jahren, während der sowjetischen Besatzung, auf eigene Faust in Afghanistan und hat die Bevölkerung medizinisch versorgt und einfache Kliniken in Felshöhlen aufgebaut. Später war er unter anderem für UNO, NATO und internationale Hilfsorganisationen in Kriegs- und Krisengebieten im Einsatz, beispielsweise in Ruanda, Kosovo und Ost-Timor. Für die Vereinten Nationen erarbeitete er Anfang der 90er Jahre ein Konzept für die Prävention von Stress-Erkrankungen im Einsatz. Er weiß also, wovon er spricht, wenn er mit den Offizieren und Offizieranwärtern an der Universität über belastende Situationen im Auslandseinsatz und deren mögliche Folgen spricht. Vor allem appelliert er an die Studenten als künftige Truppenführer. Sie seien für das Wohl ihrer Truppe verantwortlich und ihr wichtigster Auftrag sei deshalb: „Fürsorge, Fürsorge, Fürsorge“.

Niemand ist davor gefeit
Erös ist selbst während seines Afghanistan-Aufenthalts in den 80er Jahren an der so genannten „Posttraumatischen Belastungsstörung“ erkrankt, die mit Depression, Emotions- und Antriebslosigkeit sowie weiteren Symptomen einhergeht. Er warnte daher: „Niemand ist davor gefeit“. Allerdings könne gute Vorbereitung schützen. Und der Stress für die Soldaten müsse während des Einsatzes so weit wie möglich reduziert werden. Dabei sprach Erös Faktoren an, die beeinflussbar sind und die eine große Bedeutung für das Wohlergehen der Truppe haben: beispielsweise ein sicherer und ruhiger Schlafplatz, gute Hygiene und Verpflegung, aber auch Faktoren wie Kommunikation und Vertrauen. Ein Vorgesetzter, der nicht Sicherheit und Vertrauen ausstrahlt, sei ein zusätzlicher Stressfaktor.

Kämpfer, Retter, Weltbürger, Diplomat ...
Insgesamt sei die Zahl der Stressfaktoren für Soldaten heute sehr groß, meint Erös. Das Gefechtsfeld ist kompliziert, es gebe einen „Wust an Akteuren“ – angefangen mit den kämpfenden Armeen über Guerillagruppen hin zu lokalen und internationalen politischen Akteuren. Den Bundeswehrsoldaten komme dabei eine Vielzahl an Rollen zu; sie sind nicht mehr nur Soldat Deutschlands, sondern gleichzeitig: Kämpfer, Schützer, Retter, Friedensbewahrer, Weltbürger in Uniform, Polizist, Diplomat ... Daher beinhalte eine gute Vorbereitung auf den Einsatz auch Wissensvermittlung über das Einsatzland und die Spezifika der dortigen Situation. Auch deshalb gibt Erös in Vorträgen und Seminaren an deutschen Universitäten und Fachhochschulen sein Wissen und seine Erfahrungen weiter. Doch mindestens sechs Monate im Jahr verbringt er nach wie vor in Afghanistan. Seine gemeinnützige Stiftung „Kinderhilfe Afghanistan“ baut mit privaten Spenden aus Deutschland in den Ostprovinzen Afghanistans Mädchenschulen und Gesundheitsstationen auf. 2006 erhielt die "Kinderhilfe Afghanistan" den Marion Dönhoff Förderpreis für internationale Verständigung und Versöhnung.

Am 9. Mai, um 13:15, wird Dr. Reinhard Erös erneut im Rahmen der Helfer im Sanitätsdienst-Ausbildung im Physikhörsaal, Gebäude 36, sprechen.

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Termine
Kolloquium: Konstruktiver Ingenieurbau 02.12.2014 18:00 - 19:00 — Universität der Bundeswehr München, Geb. 61 (Casino)
Master-Feier 2014 13.12.2014 13:00 - 18:00 — Universität der Bundeswehr München, Geb. 33, Audimax
Kolloquium: Konstruktiver Ingenieurbau 13.01.2015 18:00 - 19:00 — Universität der Bundeswehr München, Geb. 61 (Casino)
Kolloquium: Konstruktiver Ingenieurbau 03.02.2015 18:00 - 19:00 — Universität der Bundeswehr München, Geb. 61 (Casino)
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