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Vortrag Reiter

Krönender Abschluss des Munich Satellite Navigation Summit

09.03.2007: Der Vortrag von Astronaut Thomas Reiter begeistert das Publikum

Reiter NiehussDie Freude war auf beiden Seiten groß. Rund fünfzig Studierende der Universität der Bundeswehr München besuchten die letzte Session des Munich Satellite Navigation Summit. Schließlich sprach hier einer ihrer Vorgänger, Thomas Reiter, der bis 1982 an der Universität Luft- und Raumfahrttechnik studiert hat und mittlerweile ein weltberühmter Astronaut ist. Doch auch Thomas Reiter selbst schien sich aufrichtig zu freuen, vor „Kameraden“ seiner Alma Mater zu sprechen. Und Präsidentin Prof. Merith Niehuss betonte ebenfalls, wie stolz sie sei, dem Plenum den Absolventen und Ehrenbürger der Universität der Bundeswehr München vorstellen zu dürfen. Sie sprach mit Reiter über den Forschungs- und Studienschwerpunkt „Raumfahrt“ an der Universität. Reiter bekräftigte, dass Raumfahrt auf vielen Gebieten eine zunehmend wichtige Rolle spiele und daher jede Aktivität, diesen Bereich auszubauen, notwendig und sinnvoll sei.

Ein halbes Jahr im All
In seinem Vortrag gab Thomas Reiter einen Einblick in seine jüngst zu Ende gegangene Mission auf der ISS. Nach mehrjähriger Vorbereitung startete er am 4. Juli 2006 mit der Discovery in Richtung ISS. Im Vergleich zu seiner ersten Mission, als ihn 1995 die deutlich kleinere Sojus ins All brachte, seien die Zustände auf der Discovery fast luxuriös gewesen. Auch die ISS, die dann für ein halbes Jahr sein „neues Zuhause“ wurde, ist rund doppelt so lang wie die russische MIR, die 1995 sein Ziel war. Rund 50 Prozent der Zeit habe er auf der ISS mit Wartungsarbeiten verbracht. Eine Tätigkeit, die ihm als Ingenieur auch viel Spaß mache. Doch für die wichtigen wissenschaftlichen Experimente bliebe vergleichsweise wenig Zeit. Im All wird Forschung aus verschiedenen Bereichen, von Medizin über Biologie bis Physik, betrieben. Als ein Forschungsfeld, von dem auch die Satellitennavigation profitiere, nannte er die Materialforschung. Die Experimente im All zielen u.a. darauf ab, Satelliten beständiger zu machen.

Sechsstündiger Weltraumspaziergang
Als einen schwierigen Moment der Mission nannte er den Zeitpunkt, als zwei Kollegen nach drei Monaten auf die Erde zurück kehrten. Nicht dass das Leben auf der ISS langweilig würde, aber Reiter machte keinen Hehl aus den Schwierigkeiten, die mit dem Aufenthalt im All verbunden seien: Nach einigen Monaten sehne man sich nach „der Familie, anderem Essen, einer richtigen Dusche“. Doch die gigantischen Blicke aus dem Fenster der Station würden für so manches entschädigen. Und auch einen sechsstündigen Weltraumspaziergang absolvierte Reiter in der Schwerelosigkeit. Nach weiteren drei Monaten hieß es dann für ihn Abschied nehmen vom All. Am 22. Dezember landete er in Florida. Die erfolgreiche Mission habe den Grundstein dafür gelegt, dass das europäische Columbus-Labor Ende des Jahres im All installiert werden kann, so Reiter. Das Kontrollzentrum des DLR in Oberpfaffenhofen leitet die Mission. An Bord wird wieder ein Deutscher sein: der ESA-Astronaut Hans Schlegel.

Teilnehmerrekord beim Summit
Thomas Reiters Vortrag war der anschauliche Abschluss des insgesamt sehr erfolgreichen Munich Satellite Navigation Summits. Veranstalter Prof. Günter Hein vom Institut für Erdmessung und Navigation an der Universität zog ein durchweg positives Resümee. Mit 480 Teilnehmern aus 28 Ländern sei der Summit noch besser besucht gewesen als im Jahr zuvor. Der thematische Schwerpunkt, der die weltweite Kooperation in der Satellitennavigation in den Mittelpunkt gestellt hatte, sei sehr gut angenommen worden. Auch seien im Rahmen des Summit einige Fortschritte erreicht worden. „Es ist eine entscheidende Weichenstellung gelungen zur Interoperabilität des russischen GLONASS-Systems mit dem europäischen Galileo- und dem amerikanischen GPS-System“, so Prof. Hein.


 

Termine
6. Seminar Wasserversorgung mit Fachausstellung 16.09.2014 09:00 - 17:00 — Universität der Bundeswehr München, Geb. 36, 0221
Ausstellung "Zukunft braucht Erinnerung" 13.10.2014 16:00 - 18:00 — Universitätsbibliothek
Symposium "40 Jahre Erstflug TORNADO" 22.10.2014 10:30 - 19:00 — UniCasino der Universität der Bundeswehr München
Dies Academicus 24.10.2014 10:00 - 13:00 — Universität der Bundeswehr München, Geb. 33, Audimax
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