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Stauth

Als TV-Reporter in Krisengebieten

06.02.2007: Arnim Stauth, Korrespondent der ARD, berichtet im studium plus-Seminar über seine Erlebnisse
 

Stauth„... ich kann nicht weiterreden, wir hauen ab hier“, mit diesen Worten hatte Arnim Stauth im November 2001 seinen Live-Bericht an den WDR abgebrochen. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Journalist in Afghanistan, in Masar-i-Sharif. Er hatte in der Festung Kala-i-Jangi Kriegsgefangene interviewen wollen, doch auf einmal „brach die Hölle los“. Stauth geriet mitten in den Aufstand gefangener Taliban, die einen Ausbruchsversuch aus der Festung unternahmen. Sie töteten ihre Wächter mit Handgranaten und brachten Waffen in ihre Gewalt. Insgesamt fünf Stunden lang musste Stauth zwischen Gewehrfeuer und Granaten der Kämpfenden sowie Bomben amerikanischer Kampfjets ausharren, bevor er sich in Sicherheit bringen konnte.

Pressefreiheit im Krieg
Der Gefangenenaufstand von Masar-i-Sharif war eine der extremsten Erfahrungen in Stauths Berufsleben. Er ist seit 20 Jahren Fernsehjournalist und berichtete u.a. aus Russland, Israel, Pakistan und dem Irak. Im Rahmen des studium plus-Seminars von Peter Miroschnikoff „Probleme der Kriegs- und Krisenberichterstattung“ diskutierte er mit Studierenden über seine Arbeit als Korrespondent. Er zeigte ausgewählte Filmbeispiele, unter anderem über den Gefangenenaufstand in Masar-i-Sharif, und beleuchtete insbesondere die Frage der Zusammenarbeit zwischen Militär und Journalisten. Dürfen Presseoffiziere negative Berichterstattung aus Kriegs- und Krisengebieten unterbinden? Stauth und die meisten Seminarteilnehmer waren sich einig: Eine umfassend informierte Öffentlichkeit ist ein Grundwert der Demokratie. Dem ist die Armee verpflichtet – auch wenn es sich um unangenehme Nachrichten handelt. Westliche Armeen würden mittlerweile auf die „plumpe Form der Zensur“ verzichten, berichtet Stauth. Doch während des ersten Tschetschenienkriegs hat er erlebt, wie russische Offiziere die Informationspflicht auslegten und ausländische Journalisten bewusst belogen. Im zweiten Tschetschenienkrieg ging der Eingriff in die Pressefreiheit noch weiter: Die Presse wurde weit ab vom Geschehen gehalten, es gab kaum Berichte unabhängiger Journalisten. Zu was das führt? „Wir Journalisten sind im Krieg Zeugen. Wenn es keine Zeugen mehr gibt, können die Grausamkeiten des Krieges ausarten.“ Stauth ermutigte die Studierenden, bei Einsätzen offen mit der Presse umzugehen. Es lohne sich – für beide Seiten und für die Demokratie. Er bedankte sich für die offene und vielfältige Diskussion. Es sei auch für ihn und seine Arbeit eine Bereicherung, sich mit Soldaten auszutauschen.
 

Termine
Kolloquium: Konstruktiver Ingenieurbau 04.11.2014 18:00 - 19:00 — Universität der Bundeswehr München, Geb. 61 (Casino)
Kinderuni 12.11.2014 16:00 - 17:00 — Universität der Bundeswehr München, Geb. 33, Foyer
Kolloquium: Konstruktiver Ingenieurbau 02.12.2014 18:00 - 19:00 — Universität der Bundeswehr München, Geb. 61 (Casino)
Master-Feier 2014 13.12.2014 13:00 - 18:00 — Universität der Bundeswehr München, Geb. 33, Audimax
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