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Papua Neuguinea

Mehr als eine technische Herausforderung!

16.02.2007: Im Rahmen des Wasserwirtschaftlichen Kolloquiums berichtet Vanessa Kurz über Wasserbauprojekte in Papua Neuguinea

KurzIn der Ankündigung ihres Vortrags hatte Vanessa Kurz die Zeile noch mit einem Fragezeichen versehen: „Wasserwirtschaft im Entwicklungsland Papua Neuguinea – nur eine technische Herausforderung?“ Nachdem sie in einem mit Bildern und Anekdoten gespickten Vortrag von ihrer Arbeit in Papua Neuguinea berichtet hatte, war klar: Kein Fragezeichen, ein dickes Ausrufezeichen gehört an die Stelle: Mehr, viel mehr, als eine technische Herausforderung bedeutet die Umsetzung von Wasserbauprojekten in Papua Neuguinea!
 

Projekte unter erschwerten Bedingungen
Nach Ihrem Studium Wasserbau an der TU Dresden arbeitete Vanessa Kurz vier Jahre, von 2002 bis 2006, beim Entwicklungsdienst der evangelisch lutherischen Kirche in Papua Neuguinea, um verschiedene Wasserbauprojekte zu begleiten, zu planen und umzusetzen. Eines davon fand im Dorf Lowai statt: Die etwa 300 Bewohner wollten eine Wasserleitung von der Quelle ins Dorf legen. Anhand dieses Beispiels erläuterte Vanessa Kurz, auf welche Herausforderung man als Ingenieur stößt. Sie habe schnell gelernt, sich von westlichen Standards zu verabschieden, etwa was Planung, Pünktlichkeit und Perfektion anbelangt. In Papua Neuguinea laufen Projekte anders ab: Als Geräte standen ihr lediglich Eimer, Höhenmesser, Winkelmesser und Maßband zur Verfügung. Da das Dorf sehr abgelegen ist, musste das Material zu Fuß über mehrere Stunden ins Dorf getragen werden. Die Männer des Dorfs schleppten insgesamt 30 Zementsäcke à 40 Kilo den Berg hinauf. Das Material war insgesamt sehr einfach, um die Kosten – die zum Teil auch die Dorfbewohner tragen – so gering wie möglich zu halten. Die eigentlichen Baumaßnahmen gingen unter der Mithilfe aller – einschließlich der Kinder – schnell voran: Nach zwei Wochen intensiver Arbeit floss das erste Wasser aus dem Hahn in Lowai! Der Abschluss des Projekts wurde gebührend mit einem traditionellen „Sing Sing“ gefeiert – und anschließend verabschiedeten sich Vanessa Kurz und ihre Mitarbeiter von allen 300 Bewohnern des Dorfes persönlich. Seit diesem Zeitpunkt ist das Dorf selbst für den Erhalt der Anlage verantwortlich. Damit die Projekte nachhaltig sind, ist es für Vanessa Kurz daher essentiell, die Anlagen den Bedürfnissen der Bewohner anzupassen und einfach und stabil zu halten. Daher stehen nicht komplexe ingenieurwissenschaftliche Fragen im Vordergrund, sondern viel Einfühlungsvermögen und Vermittlungskompetenz.
 

Wasserwirtschaftliche Projekte im Ausland
Lange habe es im Rahmen des Wasserwirtschaftlichen Kolloquiums keinen Vortrag mehr gegeben, bei dem der menschliche Aspekt derart im Vordergrund stand, sagte Prof. Andreas Malcherek nach der Veranstaltung. Er betonte, dass die Thematik der Arbeit von Ingenieuren in Entwicklungsländern gerade für diese Universität von großer Bedeutung sei. Denn auch für die Bundeswehr gehört es zum Alltag, unter schwierigen Bedingungen Infrastrukturprojekte umzusetzen. So fließen internationale Aspekte auch verstärkt in Lehre und Forschung des Instituts für Wasserwesen ein. Im Herbst stieß Prof. Malcherek eine Projektkooperation in Brasilien an; für den Sommer ist eine Exkursion nach Indien geplant.

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Termine
Kolloquium: Konstruktiver Ingenieurbau 13.01.2015 18:00 - 19:00 — Universität der Bundeswehr München, Geb. 61 (Casino)
Kolloquium: Konstruktiver Ingenieurbau 03.02.2015 18:00 - 19:00 — Universität der Bundeswehr München, Geb. 61 (Casino)
Kolloquium: Konstruktiver Ingenieurbau 07.04.2015 18:00 - 19:00 — Universität der Bundeswehr München, Geb. 61 (Casino)
Kolloquium: Konstruktiver Ingenieurbau 05.05.2015 18:00 - 19:00 — Universität der Bundeswehr München, Geb. 61 (Casino)
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