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Eröffnung

Abenteurer und Wissenschaftler

28.02.2007: Ausstellung über Wilhelm Filchner in der Universitätsbibliothek eröffnet 

bibliothekSogar der Original-Kompass von Wilhelm Filchner ist ein Exponat der Ausstellung in der Universitätsbibliothek, die am 27. Februar unter dem Beisein einiger Ehrengäste und vieler Interessierter eröffnet wurde. Das in mittlerweile abgegriffenes Leder gehüllte Messinstrument begleitete den Offizier, Wissenschaftler und Abenteurer Wilhelm Filchner (1877-1957) auf so mancher Expedition. Bekannt wurde Filchner vor allem durch seine Polarreisen, doch auch Zentralasien lockte ihn Zeit seines Lebens. „Asien ist das Thema, die Grundmelodie meines Daseins“, so Filchner. Insgesamt drei Mal, 1903-1905, 1926-1928 und 1935-1937, besuchte er Tibet und brachte neben seinen Erfahrungsberichten und Vermessungsergebnissen auch einmalige Dia- und Filmdokumente mit. Diese zeigt die Universitätsbibliothek ebenso wie Briefwechsel, Zeitungsberichte und Fotos. Möglich wurde die Ausstellung durch die Kooperation mit der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, die das Filchner-Archiv beherbergt; im Bild zu sehen ist Prof. Dietmar Willoweit, Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (l.) neben Universitätspräsidentin Prof. Merith Niehuss, Gastredner Prof. Jens-Uwe Hartmann, Dekan der Fakultät für Kulturwissenschaften an der LMU, und Dr. Stefanie Seidel, Leiterin der Universitätsbibliothek.

Bedeutende Entdeckerpersönlichkeit
Die Präsidentin Prof. Merith Niehuss betonte in ihrem Grußwort, dass Filchner als Offizier und Wissenschaftler genau die Eigenschaften in sich vereint hat, die auch an der Universität der Bundeswehr München gefördert werden. Der Gastredner Prof. Jens-Uwe Hartmann von der Fakultät für Kulturwissenschaften der LMU München nannte Filchner eine der „bedeutendsten deutschen Entdeckerpersönlichkeiten“ und freute sich, dass die Universitätsbibliothek das Jubiläumsjahr Filchners „nicht ungenutzt hat verstreichen lassen“. Er gab einen Einblick in die Geschichte Tibets und räumte mit einigen Mythen auf, die sich hartnäckig im westlichen Tibetbild halten. „Eine Wunderwelt ist auch das alte Tibet nicht gewesen“, stellte er klar. Doch der hohe Stellenwert von Religiosität im Land – vor 50 Jahren waren bis zu 20 Prozent der Bevölkerung buddhistische Mönche und Nonnen – übte eine große Faszination aus: Tibet als „spiritueller Gegenentwurf“ zur materialistisch geprägten westlichen Welt. Die Okkupation Tibets und die chinesische Kulturrevolution, die viele Menschenleben gekostet und viele Klöster und Kulturgüter zerstört hat, nennt er eine „kulturelle Schande für die Menschheit“. Dass Dokumente über die Blütezeit des Buddhismus in Tibet erhalten sind, ist auch ein Verdienst Wilhelm Filchners. Zur Eröffnung zeigte die Universitätsbibliothek Ausschnitte aus Originalfilmen aus den 20er Jahren. Unter anderem ein Dreh von religiösen Tänzen im tibetanischen Klöster Kumbum. Nonchalant leitet Filchner im Dokumentarfilm die Szene ein: „Filmaufnahmen waren strengstens verboten. Wäre es bemerkt worden – ich hätte das Kloster nicht lebend verlassen.“ Die Ausstellung, die in Kooperation mit der Bayerischen Akademie der Wissenschaften entstanden ist und viele Exponate des Wilhelm-Filchner-Archivs zeigt, ist noch bis 30. März in der Universitätsbibliothek zu sehen.

Öffnungszeiten der Universitätsbibliothek

Mehr zu Wilhelm Filchner auf den Seiten des Filchner-Archivs

 
 

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6. Seminar Wasserversorgung mit Fachausstellung 16.09.2014 09:00 - 17:00 — Universität der Bundeswehr München, Geb. 36, 0221
4. Münchner Leadership Dialog 17.10.2014 09:00 - 17:30 — Universität der Bundeswehr München, Casino
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