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Brücke

Glatteisgefahr auf Brücken verringern

26.01.2007: Wissenschaftler der Universität nutzen Sommerwärme zur Eisschmelze 
 

EisschildEis und Schnee machen den Straßenverkehr in den Wintermonaten gefährlicher. Zwar warnen Verkehrsschilder - doch die Gefahr entsteht oft schnell und ist für Fahrer schwer zu erkennen. Vor allem Brücken sind ein Risikofaktor, denn hier vereist die Fahrbahn deutlich schneller als auf freien Streckenabschnitten. Prof. Ingbert Mangerig und sein Mitarbeiter Stefan Beucher vom Institut für Konstruktiven Ingenieurbau haben im Auftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen ein Verfahren entwickelt, das künftig die Fahrbahn erwärmen und die Glättebildung auf Brücken verhindern soll.

Um die Fahrbahn zu erwärmen, werden in die Asphaltdecke einer Brücke Kunststoffrohre integriert, durch die in einem geschlossenen Kreislauf warmes Wasser gepumpt wird. Durch die gute Leitfähigkeit des Asphalts genügt schon eine Wassertemperaturen von ca. 10 bis 12 Grad Celsius, um die Vereisung der Brückenoberfläche zu verhindern. Beim Einsatz des Systems kommt es jedoch auf den richtigen Zeitpunkt an. Da Glatteis meist schnell auftritt, müssen die Wetterdaten in den Tagen zuvor analysiert und richtig interpretiert werden. "Für eine Vorhersage steht uns eine umfangreiche Klimadatenbank zur Verfügung, die wir statistisch auswerten. Wenn die Zeichen dann auf Glatteis stehen, aktivieren wir den Wasserkreislauf", erklärt Prof. Mangerig das Verfahren.

Wärme aus den Sommermonaten
Energiequelle für diesen Winterbetrieb ist die in den Sommermonaten im Untergrund gespeicherte Wärme. Dazu wird Wasser zur Erwärmung durch ein Rohrsystem im Asphaltaufbau geleitet, der sich im Sommer auf über 60 Grad Celsius aufheizen kann. Die der Brückenfahrbahn entzogene Wärme wird dann in Tiefen bis zu 250 Meter mit Hilfe von Erdwärmesonden gespeichert. Für den Asphalt hat der Wärmeentzug im Sommer zusätzlich den positiven Nebeneffekt, dass weniger Spurrillen entstehen - denn der Belag der Fahrbahn bleibt kühler.

Erste Tests erfolgreich
Ein solches Verfahren zur Verhinderung von Glatteis ist bisher noch nicht im Einsatz. Lediglich in der Schweiz wird ein ähnliches Verfahren eingesetzt. "Wir sind optimistisch, dass in naher Zukunft die ersten bundesdeutschen Brücken mit dem wartungsarmen System ausgestattet werden. Auf einer eigenen Versuchsbrücke auf dem Gelände der Universität haben wir schon erste Tests erfolgreich abgeschlossen", freut sich Prof. Mangerig. Das neue System kann zusätzlich auch bei Glatteisgefahr auf Bahnsteigen, Treppen oder Landebahnen genutzt werden.

Zur Professur für Stahlbau, Institut für Konstruktiven Ingenieurbau

"Warmes Wasser schützt Brücken vor Glatteis" - Artikel im "Handelsblatt"

"Asphalt-Heizung gegen Glatteis" - Artikel in der "Welt"

 
 

Termine
Kolloquium: Konstruktiver Ingenieurbau 04.11.2014 18:00 - 19:00 — Universität der Bundeswehr München, Geb. 61 (Casino)
Kinderuni 12.11.2014 16:00 - 17:00 — Universität der Bundeswehr München, Geb. 33, Foyer
Kolloquium: Konstruktiver Ingenieurbau 02.12.2014 18:00 - 19:00 — Universität der Bundeswehr München, Geb. 61 (Casino)
Master-Feier 2014 13.12.2014 13:00 - 18:00 — Universität der Bundeswehr München, Geb. 33, Audimax
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