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Risiko Vortrag

Interdisziplinärer Dialog über Risikokultur

15.05.2008: Auftaktveranstaltung zur neuen Reihe „Sicherheit in Technik und Gesellschaft“

BonßAm 14. Mai startete die von Hochschulleitung und Senat initiierte Veranstaltungsreihe „Sicherheit in Technik und Gesellschaft“. In insgesamt fünf Vorträgen im Frühjahrstrimester 2008 beleuchten Mitglieder der Universität sowie externe Wissenschaftler das Kompetenz- und Forschungsfeld „Sicherheit in Technik und Gesellschaft“ aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Den Anfang machte Prof. Wolfang Bonß (im Bild) von der Fakultät für Staats- und Sozialwissenschaften der Universität der Bundeswehr München. Er sprach über „Risiko: Unsicherheit und Ungewissheit in der Moderne“. Im Anschluss diskutierten Wissenschaftler verschiedener Disziplinen über den Risikobegriff und die Wahrnehmung und Einschätzung von Risiken.

Profilbildung mit gemeinsamem Forschungsfeld

„Mit dieser Veranstaltungsreihe wollen wir die Aufmerksamkeit auf den Forschungsschwerpunkt 'Sicherheit' lenken“, leitete die Präsidentin der Universität, Prof. Merith Niehuss, die Vorlesung ein. 2006/2007 war mit dem Antrag auf ein Exzellenzcluster begonnen worden, die Thematik „Sicherheit in Technik und Gesellschaft“ inneruniversitär als gemeinsames, profilbildendes Forschungsfeld zu etablieren. Auch wenn der Antrag damals von Wissenschaftsrat und DFG nicht berücksichtigt wurde, habe die Hochschulleitung weiterhin großes Interesse, die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Technik und Geisteswissenschaften zur Thematik „Sicherheit“ zu fördern. „An der Universität gibt es bereits verschiedenste hochinteressante Einzelaspekte, was fehlt ist die Verknüpfung“, so Prof. Niehuss. Die Veranstaltungsreihe diene unter anderem dazu, mehr über die Forschungsschwerpunkte und Projekte der Kollegen zu erfahren und über Fakultätsgrenzen hinweg ins Gespräch zu kommen.

Interdisziplinarität vorantreiben

Prof. Axel Lehmann, Professor an der Fakultät für Informatik und Mitglied des Senats der Universität, stellte in einem kurzen Vortrag die Grundzüge des Antrags auf das Exzellenzcluster „Safety and Security in a Networked Society“ vor und reflektierte die Gründe für das Scheitern der Antragstellung. Die Kommission hatte das Thema „Sicherheit“ sowie den interdisziplinären Ansatz des Clusters grundsätzlich begrüßt. Doch wurde u.a. ein deutlicher strukturiertes Forschungsprogramm gefordert sowie die mangelnde Erfahrung der Wissenschaftler mit interdisziplinären Projekten bemängelt. Neben der laufenden Veranstaltungsreihe soll das gemeinsame Kompetenz- und Forschungsfeld „Sicherheit“ u.a. durch universitätsinterne Workshops, Bereitstellung von Sondermitteln sowie themenspezifische Intensivierung externer Forschungskooperationen vorangetrieben werden.

Plädoyer für eine neue Risikokultur

Den Fachvortrag der Auftaktveranstaltung hielt mit mit dem Soziologen Prof. Wolfgang Bonß ein Wissenschaftler der Universität, der auch am Antrag auf das Exzellenzcluster mitgewirkt hatte. Er ging auf das Thema „Unsicherheit als gesellschaftliches Problem“ ein. Allerdings: Verschiedene Gesellschaften gehen mit Unsicherheit ganz unterschiedlich um, und der Umgang mit „Ungewissheit“ hat sich im Laufe der Zeit verändert. Unterschiedlich sind auch die Positionen, mit denen „Risiko“ als einem spezifischen Typus von Unsicherheit in der modernen Gesellschaft begegnet wird. Während die konventionelle Position Risiko als Negativerfahrung und Bedrohung wahrnimmt, haben sich alternative Positionen etabliert, nach denen Risiko als positiv bewertet wird, da es Erstarrung verhindert. Prof. Bonß stellte eine „neue Kultur der Unsicherheit“ vor, die den aktuellen und komplexen Herausforderungen wie neuen Technologien oder unübersichtlichen Systemen am ehesten gewachsen ist. Sie geht von „risikomündigen Akteuren“ aus. Das Sicherheits- bzw. Unsicherheitsverständnis basiert auf Vertrauen, nicht auf Kontrolle. Hergestellt werden kann nach diesem Konzept maximal eine „situative Sicherheit auf Zeit“; von der Vorstellung, vollkommene Abwesenheit von Unsicherheit sei möglich, nimmt dieser Ansatz Abstand. Im Anschluss diskutierten Psychologen, Mathematiker und Wirtschaftswissenschaftler der Universität über ihr Verständnis von „Risiko“. Der interdisziplinäre Dialog hat begonnen.


Die nächsten Veranstaltung aus der Reihe "Sicherheit in Technik und Gesellschaft" findet statt am:

 

 

 

Zur Seite der Professur für Soziologie (Prof. Wolfgang Bonß) 

 

 


 

Mittwoch, 21. Mai 2008, 14:15, Geb. 33/0131
"Critical Infrastructure Protection for Multi-Hazard Conditions"
Prof. Ted Krauthammer, Goldsby Professor of Civil Engineering and Director, Center for Infrastructure Protection und Physical Security (CIPPS), University of Florida

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