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Aktuelles

 

 

Improvisation, Spontaneität und Kreativität als Herausforderungen für die Kultursoziologie

Tagung der Sektion Kultursoziologie am KWI Essen, 27.-28.05.2010

 

Donnerstag, 27.05.2010

13:30 Uhr - Eröffnung der Tagung

Begrüßung und Einführung in das Tagungsthema durch Ronald Kurt und Udo Göttlich

 

- Einzelvorträge -

Moderation: Udo Göttlich

 

14:00 Uhr - Stellenwert der Inspiration

Gerhard Panzer (Dresden)

 

14:30 Uhr - "Synthese des Heterogenen" oder warum sich die Soziologie mit Erzähltheorie beschäftigen sollte

Hella Dietz (Göttingen)


15:00 Uhr - Kaffeepause

 

15:30 Uhr - Pierre Bourdieus Praxistheorie und Kreativität – Versuch einer

poststrukturalistischen Öffnung

Hilmar Schäfer (Konstanz)

 

16:00 Uhr  - Wie kreativ kann der „homo habitualis“ von Bourdieu sein?

Gernot Saalmann (Freiburg)

 

16:30 Uhr - Kaffeepause

 

17:00 Uhr - Obligatorische Passagepunkte des Handelns: Spontaneität, Kreativität
und Improvisation als Strategien der Verkapselung heterogener Praxisformen.

Jan-Hendrik Passoth (Bielefeld)

 

17:30 Uhr - Pause und Raumwechsel


18:00 Uhr - Abendvorträge

 

Kreativer Widerstand gegen die Event-Kultur: Das Projekt "2-3 Straßen" von Jochen Gerz

Hermann Pfütze (Berlin)

 

Künstlerische und naturwissenschaftliche Kreativität

Lutz Hieber (Hannover)

 

anschließend gemeinsames Abendessen im Restaurant Tablo

 


Freitag, 28.05.2010

 

- Einzelvorträge -

Moderation: Ronald Kurt

 

9:30 Uhr - Ideen zu einer phänomenologischen Soziologie der Kreativität

Berthold Oelze (Passau)

 

10:00 Uhr - Kreative Praktiken – Praktiken der Kreativität

Hannes Krämer (Konstanz)

 

10:30 Uhr - Kaffeepause

 

11:00 Uhr - Wann und warum ist Improvisation kreativ?

Silvana K. Figueroa-Dreher (Konstanz)

 

11:30 Uhr - Kollektive Aufmerksamkeitslandschaften: Irritation, Unsicherheit
und Zwang zur Interaktion

Kurt Imhof (Zürich)

 

12.00 Uhr - Kaffeepause

 

12:30 Uhr - Die zufällige Entdeckung des „Neuen“ in der Soziologie.

Die Karriere des kultursoziologischen Konzepts der „cultural omnivoreness“
als Beispiel soziologischer Kreativität

Oliver Berli (Wuppertal)

 

13:00 Uhr - Abschlußdiskussion und Ende der Tagung

 

Anmeldungen zur Tagungsteilnahme senden Sie bitte an die Organisatoren der Tagung:

 

Organisatoren:

Prof. Dr. Udo Göttlich

Vertretungsprofessor für Allgemeine Soziologie am
Institut für Soziologie und Sozialpolitik
Fakultät für Pädagogik der
Universität der Bundeswehr München
Werner-Heisenberg-Weg 39
Gebäude 33, Raum 0372
D-85579 Neubiberg
tel.: +49-(0)89/6004-3158
E-Mail: udo.goettlich@unibw.de

 

apl. Prof. Dr. Ronald Kurt

Kulturwissenschaftliches Institut Essen

Goethestr. 31

45128 ESSEN

Mail: ronald.kurt@uni-konstanz.de

 

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CFP für eine Tagung der Sektion Kultursoziologie

 

Organisation: Udo Göttlich, Ronald Kurt                                 Tagungsort: Essen (KWI)

                                                                                               27./28. Mai 2010

 

Improvisation, Spontaneität und Kreativität

als Herausforderungen für die Kultursoziologie

 

Improvisation, Spontaneität und Kreativität sind Kompetenzen, die nicht nur in der Kunst, sondern auch im Alltag eine wichtige Rolle spielen. Wenn es zutrifft, dass jedes menschliche Handeln ein Potential für Improvisation und Kreativität enthält, dann müssten Improvisation, Kreativität oder die Gabe, zufällig glückliche und unerwartete Entdeckungen zu machen, Kernbegriffe soziologischen Denkens und handlungstheore­tischer Überlegungen sein. Bei näherer Betrachtung der (kultur-)soziologischen Theo­riebildung zeigt sich jedoch, dass das, was für die soziale Praxis von Relevanz ist, für die soziologische Theorie bis heute scheinbar irrelevant ist. Theoriegeschichtlich lassen sich u. a. zwar vom Symbolischen Interaktionismus inspirierte Praxis- und Kommuni­kationstheorien ausmachen, die – wie beispielsweise der handlungs- und erfahrungs­orientierte Theorieansatz von Hans Joas, unterschiedliche Positionen in den Cultural Studies, Mertons Konzept der Serendipity oder poststrukturalistische Theorien perfor­mativer Praxis – verstärkt die „Kreativität des Handelns“ als Ausdruck und Bewältigung der Folgen kulturellen und gesellschaftlichen Wandels in den Mittelpunkt stellen. Aber der Umgang mit dem Unvorhersehbaren, die Entstehung von Neuem und der Zufall sind Aspekte menschlichen Handelns, die in soziologischen Theorien, wenn überhaupt, bis­lang nur bei wenigen Autoren Berücksichtigung fanden.

 

Diese Leerstelle in der soziologischen Theoriebildung ist aber nicht der alleinige Grund dafür, den vorliegenden Theorien und Konzepten von Mead über Merton bis Popitz und Joas nachzugehen. Vielmehr geht es um den soziologischen Anspruch, beim Erklären und Verstehen sozialer Wirklichkeit nicht bei dem Verweis auf Zweck- oder Wertra­tionalität stehen zu bleiben, sondern sich theoretisch, methodisch und empirisch für die Auseinandersetzung mit dem sozialen Sinn der Phänomene Improvisation, Spontaneität und Kreativität zu öffnen.

 

Es geht dabei sowohl um die Auseinandersetzung mit Theorieansätzen, die bei der Grundfrage nach der »Kreativität des Handelns« ansetzen und dabei das spielerische Entwickeln von Neuem und das pragmatische Bewältigen von Unsicherheiten in den Blick nehmen, als auch um die Frage nach den typischen Themenfeldern, auf die sich soziologische Theorien des Kreativen und Improvisatorischen beziehen könnten. Ne­ben unterschiedlichen kulturellen Feldern wie der Kunst, der Musik oder der populären Kultur, den Medien und der Werbung, kommen ästhetische, soziale und politische Be­wegungen, oder die Auswirkungen institutioneller oder organisatorischer Transforma­tionsprozesse in der Alltagswelt in Betracht.


Die Themen der Tagung können ihren Schwerpunkt im Bereich der Theorie, der Methodologie oder der Empirie haben. Mögliche Fragestellungen könnten sein: Wie lassen sich die Phänomene Improvisation und Kreativität soziologisch fassen? Inwieweit kann, soll bzw. muss (sozial-)wissenschaftliches Handeln kreativ und/oder improvisatorisch sein? Wo, wann und warum kommen in wel­chen sozialen und kulturellen Prozessen Kreativität und Improvisation besonders zur Geltung? Ist die Moderne eine Kreativität fordernde (und Kreativität fördernde) Epo­che? Wie können in kulturvergleichenden Studien die Begriffe Kreativität und Impro­visation von Bedeutung sein? Inwiefern ist die Kreativität des Handelns selbst ein Aus­löser von Improvisation und Spontaneität und wie wird diese sozial bewertet?