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HAMMUN 2007

Hamburg meine Perle…
du bist die „Große Freiheit“, der Jungfernsteig, die Reeperbahn und Hafenromantik.

Doch für uns und 150 andere Studenten aus Deutschland, Großbritannien und der Schweiz bedeutest du fünf Tage lang auf fremden Terrain die großen Probleme der Welt friedlich zu lösen und das dann auch noch auf Englisch.

Alljährlich verlässt eine Delegation der UniBw unseren Campus um neue Gefilde an der Elbe zu erkunden, so auch dieses Jahr am Mittwoch, den 28. November 2007. Mit neun MUN-Frischlingen und zwei alteingesessenen Profis, unserem Delegationsführer André Mandel und Florian Machilek, fahren wir gen Norden. Nach etwas mehr als acht Stunden Fahrt erreichen wir die Jugendherberge „Horner Rennbahn“ und beziehen unsere geräumigen Viermannstuben. Uni-Platzprobleme sind dagegen ein wahrer Luxus!

Donnerstagnachmittag, der Secretary General eröffnet die Session und nachdem wir unseren schwierigen Orientierungsmarsch über das Hamburger Universitätsgelände bestanden haben, finden wir uns in das erste mal in unseren Committees ein.
Sieben Vertreter schickt die UniBw München in die General Assembly, zwei in den Economical and Social Council (ECOSOC), einen in den Security Council (SC) und eine Vertreterin in den Human Rights Council (HRC).
Donnerstagabend beginnen die Debatten um das Agenda Setting. Da geht’s schon los mit der großen Politik. Wir streiten zwei Stunden erst mal darum über welches Thema wir die nächsten vier Tage streiten wollen. Zum Glück gibt es nur zwei Themen pro Rat zur Auswahl. Da das den Schweizern im ECOSOC aber zu wenig war oder die glauben, dass sie so schnell fertig sind versuchen sie gleich als erstes ein Neues ein zu bringen.
Die GA beschließt als ihr erstes Thema „Intellectual Property Rights“, im ECOSOC soll es sich in den folgenden Tagen um „Trafficking in human beings“ handeln. Der HRC setzt „Female Genital Mutilation“ auf den Plan und der SC soll von nun an über „The Situation in the Middle East“ debattieren.

Freitagmorgen, die eigentlichen Debatten beginnen. Die Wortgefechte sind zwar höflich, aber inhaltlich spannend und außergewöhnlich sowieso. Kuba und die USA drohen einander im ECOSOC mit Embargos, einer unserer Delegierten versucht mit seinen Fiji-Inseln Amerika den Krieg zu erklären und die Vereinigten Arabischen Emirate beschließen gleich mal den Versuch die General Assembly für inkompetent zu erklären. Der Vertreter Israels spricht bei einer Hörung auch direkt mal davon wie Nutzlos die UN doch sei und wird daraufhin vom Security Coucil (rhetorisch) auseinander genommen.
Zur Mittagspause verputzen die 110 Vertreter der GA zudem noch 230 Portionen und verdammen somit den Human Rights Council zum hungern.
Den Abend verbringen wir auf der „Großen Freiheit“ und feiern mit den anderen Delegierten. Der Club ist zum Bersten mit tanzwilligen Studenten gefüllt und die Flirtstimmung ist einfach großartig.

Der Samstag beginnt für die meisten etwas angeschlagen. Nicht alle sind pünktlich. Wir und die Delegation der HSU scheinen aber geübter darin nach dem Feiern wieder schnell dienstfähig zu sein…
Nachdem sich die meisten Vertreter bis Mittag eingefunden haben, beginnt das große Resolutionenwettschreiben. Es kommt zu ungewöhnlichen Gruppenbildungen. So wird eine Resolution von Österreich, Mexiko, Weißrussland, Kanada, Kuba und Paraguay verfasst.

Abends dann auf zum Delegate’s Dance! Hier bekommen wir die Chance die anderen „bodies“ der Vereinten Nationen einmal näher kennen zu lernen. Einige nutzen dies auch für tiefgründigere „negotiations“. Bis nachts halb vier tanzen Smokings und Ballkleider durch den Saal der Universität Hamburg. Der Sekt fließt und spätestens nach dem zweiten Weißwein sind alle diplomatischen Diskrepanzen vergessen, so sieht man auch Kuba und die USA gemeinsam lachend am Tisch sitzen.

Sonntag. Schon wieder angeschlagen! Heute hatte es auch meinen Chair erwischt! Die Abstimmungen über die Resolutionen dauerten den ganzen Vormittag. Jede wurde Wort für Wort zerrissen und über jeden Satz musste einzeln abgestimmt werden, weil es immer einen Staat gab, der etwas zu kritisieren hat. Nach vielen anstrengenden Stunden haben alle Committees zumindest eine Resolution verabschiedet.
Im Anschluss wurde die Session durch den Secretary General, Inga Diercks, geschlossen. Vertreter aus den einzelnen Ausschüssen geben noch einmal das Lustigste und Bemerkenswerteste der letzten vier Tage wieder - ein gelungener Abschluss!
Abschiedsstimmung liegt in der Luft. Die neu geknüpften Freundschaften sollen zurückgelassen werden, für manche muss sogar ein bißchen mehr enden…

Aber wir werden versuchen nächstes Jahr zurück zu kommen. HamMUN 2007 war für uns alle eine großartige Erfahrung. Trotz des großen Vorbereitungs- und Arbeitspensums hatten wir wahnsinnig viel Spaß. Hoffentlich können einige von Euch diesen nächstes Jahr mit uns teilen.