Unser Patron

Der Patron unserer Hochschulgemeinde:

 Pater Rupert Mayer SJ

 
 

Als Militärgeistlicher im 1. Weltkrieg



Rupert Mayer wurde am 23. Januar 1876 als zweites von fünf Kindern einer Kaufmannsfamilie in Stuttgart geboren. Nach dem Abitur im Jahr 1894 studierte er Theologie in Fribourg/Schweiz, in München sowie in Tübingen.

Am 2. Mai 1899 empfängt Rupert Mayer in Rottenburg die Priesterweihe und war dann in der Pfarrseelsorge tätig, bevor er am 1.Oktober 1900 in den Jesuitenorden eingetreten ist. Es folgte ein Philosophiestudium in Holland, nach dessen Abschluss  Pater Rupert Mayer als Volksmissionar in den Niederlanden, Österreich, der Schweiz und in Deutschland wirkte. Ab 1912 wird ihm von der Ordensleitung die Seelsorge für die vielen Zuwanderer in München übertragen.
 

Mit Ausbruch des 1. Weltkriegs meldete sich Rupert Mayer freiwillig zum Militärdienst. Als Feldgeistlicher und Divisionspfarrer scheute er keine Gefahren, um den Soldaten als Seelsorger nahe zu sein. Dies forderte ein großes Opfer von ihm: am 30. Dezember 1916 wurde er am linken Bein verletzt. Die Verwundung war so schwer, dass  die Amputation notwendig wurde und er seither eine Beinprothese benötigte.

 

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Die Genesung zog sich nur langsam und qualvoll dahin. Aber Rupert Mayer entwickelte in dieser Zeit große Zähigkeit und Durchhaltevermögen, so dass er nach Kriegsende 1921 wieder als Seelsorger in München mit dem gleichen Elan um finanzielle Unterstützung für die Armen kämpfte.

Nach dem Krieg rief er die Menschen zur inneren Erneuerung auf. Er besuchte politische Veranstaltungen, auch solcher kirchenfeindlicher Gruppierungen. 1921 ernennt ihn der Münchner Kardinal Faulhaber zum Präses der Marianischen Männerkongregation an der Bürgersaalkirche in München. 1925 initiert Pater Mayer die Einführung der Sonntagsgottesdienste auf dem Münchener Hauptbahnhof.

 



 

In den 20er Jahren erkennt Pater Rupert Mayer früh die Gefahr, die von den Nationalsozialisten ausgeht. Nach der Machtübernahme 1933 tritt er entschieden für die Rechte der Kirche und für die Religionsfreiheit ein. Öffentlich erklärt er, dass ein Katholik nicht Nationalsozialist sein könne.

Schon vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten hatte Rupert Mayer ein waches Auge für die heraufziehende Bedrohung und scheute dabei den Konflikt nicht. Ab 1933 griff er in seinen Predigten und Vorträgen das NS-Regime immer wieder an. Bei einer seiner Reden wurde Rupert Mayer im Februar 1935 in München gewaltsam aus dem Saal entfernt. Nach mehreren Vorfällen, bei denen er seine gegnerische Haltung gegenüber den Nationalsozialisten äußerte, erhielt er 1936 eine "ernste Verwarnung" der Münchner Staatsanwaltschaft. Im April 1937 erfolgte ein von der Gestapo-Zentrale in Berlin ausgesprochenes "Redeverbot für das gesamte Reichsgebiet". Davon ließ sich der Jesuit aber nicht mundtot machen.

Die Missachtung des Redeverbots führte zu seiner ersten Verhaftung im Juni 1937. Durch den Einsatz der Oberen im Jesuitenorden blieb Rupert Mayer jedoch vom Antritt der Strafe in Höhe von sechs Monaten Gefängnis verschont. Er nahm seine Arbeit als Seelsorger wieder auf, verzichtete zunächst aber auf das Predigen. Als Rupert Mayer mit Erlaubnis seiner Ordensleitung im Januar 1938 wieder vor seiner Gemeinde predigte, wurde er erneut verhaftet und bis zum 3. Mai 1938 in der Strafvollzugsanstalt Landsberg inhaftiert. Seine Freilassung war an die Auflage geknüpft, dass er sich in Zukunft an das verhängte Predigtverbot zu halten habe. Dadurch war er gezwungen, sich allein der Seelsorge der einzelnen Gläubigen zu widmen.

Die dritte Verhaftung Rupert Mayers erfolgte im November 1939. Die Gestapo befahl seine Inhaftierung und später die Überführung in das KZ Sachsenhausen-Oranienburg: Der Seelsorger weigerte sich, das Beichtgeheimnis zu brechen und Informationen an die Gestapo weiterzugeben. Bis August 1940 saß Rupert Mayer in Einzelhaft. Um zu verhindern, dass er dort als Märtyrer im KZ starb, entschied man sich, seine Haft in kirchlicher Isolation im Kloster Ettal fortzusetzen. Die kommenden Jahre bis 1945 musste Rupert Mayer dort in Untätigkeit verbringen. Ein Umstand, der ihm persönlich schwer zu schaffen machte.      

Mit dem Einmarsch der Amerikaner am 6. Mai 1945 in Ettal kam Rupert Mayer frei und konnte nach München zurückkehren. Dort ging er stark geschwächt wieder seiner Arbeit nach: er predigte, übernahm seelsorgerische Tätigkeiten und spendete Menschen das Bußsakrament. Im September 1945 sah sich Mayer selbst jedoch am Ende seiner Kräfte, bat um Entbindung von seinen Aufgaben und begann sich von seinen Mitbrüdern zu verabschieden.

Seine letzte Messe hielt Rupert Mayer am 1. November 1945. Während der Predigt erlitt er einen Schlaganfall. Es heißt, dass er wegen seiner Beinprothese aufrecht stehen geblieben sei. Wenig später starb er im Krankenhaus Josefinum in München.

Am 4. November 1945 fand die Beisetzung von Pater Rupert Mayer auf dem Ordensfriedhof der Jesuiten in Pullach bei München statt. Seine sterblichen Überreste wurden  1948 in die Unterkirche der Bürgersaalkirche im Zentrum von München überführt. Das Grab ist seither das Ziel unzähliger hilfesuchenden Beter. 

Am 3. Mai 1987 wurde Pater Rupert Mayer von Papst Johannes Paul II. im Münchner Olympiastadion selig gesprochen. Das Interesse am Leben des einstigen Militärseelsorgers und Widerstandskämpfers ist bis heute ungebrochen. Seine Seligsprechung jährt sich 2012 zum 25. Mal.

 



Seit dem Jahr 2000 organisiert die Katholische Militärseelsorge einen Zentralen Standortgottesdienst für die Region München in der Bürgersaalkirche mit einer anschließenden Begegnung im Ratskeller am Marienplatz !

 

 

Pater-Rupert-Mayer-Gebet

Herr, wie Du willst, so will ich geh’n,
Und wie Du willst, soll mir gescheh’n.
Hilf Deinen Willen nur versteh’n.

Herr, wann Du willst, dann ist es Zeit,
Und wann Du willst, bin ich bereit.
Heut und in alle Ewigkeit.

Herr, was Du willst, das nehm’ ich hin,
Und was Du willst, ist mir Gewinn.
Genug, dass ich Dein Eigen bin.

Herr, weil Du's willst, d’rum ist es gut,
Und weil Du's willst, d’rum hab’ ich Mut.
Mein Herz in Deinen Händen ruht.