Geschichte


 

Der Bereich Weltraumnutzung des Institute of Space Technology and Space Applications (ISTA) besteht aus der Professur für Navigation. Er ging 2008 im Rahmen einer Umstrukturierung aus dem Institut für Erdmessung und Navigation (gegründet im Jahr 1983) hervor. Über 25 Jahre wurde der Fokus von der klassischen integrierten Geodäsie zur Satellitennavigation verlagert. Heute ist die Professur für Navigation am ISTA für Lehre und Forschung in den Bereichen Navigation, Signalverarbeitung, Satellitenmethoden, Satellitenkommunikation, Geophysik und Geodynamik verantwortlich.

Seit 2000 obliegt die Professur für Navigation - und ab 2009 auch die Leitung des Bereiches Weltraumnutzung - Prof. Dr. Bernd Eissfeller. Am Institut sind derzeit über 20 Mitarbeiter/innen in Vollzeit beschäftigt, die größtenteils über Drittmittel finanziert und hauptsächlich aus den Disziplinen Physik, Elektrotechnik, Luftfahrttechnik, Informatik und Geodäsie rekrutiert werden.

Das Institut besitzt heute eine umfassende Expertise und Erfahrung mit GNSS und der Integration mit Trägheitsnavigationssystemen (INS) und spielt eine aktive Rolle in der Entwicklung und der Optimierung von Galileo. Ein bedeutender Teil der Galileo Signalstruktur wurde am Institut in Kooperation mit Kollegen von anderen europäischen Einrichtungen ausgearbeitet. ISTA vertritt außerdem das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) in verschiedenen Arbeitsgruppen zu Galileo bei der Europäischen Kommission in Brüssel.

Darüber hinaus entwickelten Mitarbeiter des Instituts gemeinsam mit Kollegen von ESA-ESTEC das troposphärische Standardkorrekturmodell für Galileo. Zusätzlich werden Forschungsthemen aus den Bereichen Satellitennavigation, Sensorfusion, Präzise Positionierung und Satellitenkommunikation bearbeitet. Es wird eine breite Palette von F&E Projekten in der Systemanalyse und Sensorintegration, zu angewandten Themen unter Einbeziehung von Algorithmen sowie der Entwicklung von Software und Prototypen durchgeführt. Neben der Lehr- und Forschungstätigkeit organisiert das Institut jährlich federführend den Munich Satellite Navigation Summit, eine internationale Konferenz mit hochkarätigen Referenten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.