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Zur Gestaltung topografischer Karten für die Bildschirmvisualisierung

Zur Gestaltung topografischer Karten für die Bildschirmvisualisierung

von Stefan Neudeck

Kartentechnik und kartografische Visualisierung befinden sich in einem Umbruch. Digitale Verfahren der Kartenherstellung zum einen und die Möglichkeiten der weitreichenden Verfügung über Karten in digitaler Form zum anderen begründen die Veränderungen. Als Nebeneffekt für die Kartografie ergibt sich, dass Kartengestaltung und -herstellung individuell durch eine einzelne Person erfolgen können. Motor für die Entwicklungen sind Fortschritte im Bereich der elektronischen, speziell der grafischen Datenverarbeitung. Die zu erwartende, zukünftige Praxisreife einiger neuer Bilddarstellungstechniken und neue Wege der Datenübertragung werden auf dem Gebiet des Einsatzes von Karten in mobilen Geräten die Entwicklung weiter beschleunigen.

Die Ausführungen der Arbeit konzentrieren sich auf die Gestaltung von Karten für die Bildschirm- visualisierung. Intensiv wird behandelt, dass der Bildpunkt des Monitors das sichtbare, grafische Grundelement jeder Darstellung ist. Die Eigenschaften des Bildpunktes sind zu berücksichtigen, bevor die Kartengestaltung mit dem Ziel der visuellen Unterscheidung zwischen Kartenzeichen durch Nutzung grafischer Variationen erfolgen kann. Die Arbeit mit dem Bildpunkt, die Festlegung notwendiger Mindestgrößen im Bildpunktmaß, die Berücksichtigung der auf dem sichtbaren Bildpunkt beruhenden Restriktionen, sind wesentliche Unterschiede zur Gestaltung konventioneller Karten. Das grafische Grundelement bedingt aber auch, dass der Maßstab, in dem die Karte am Monitor angezeigt wird, von Größe und Auflösung des Bildschirms abhängig ist. Darin liegt eine Beschränkung, die vor allem bei der Visualisierung von Rasterdaten beachtet werden muss.

Belegt wird, dass einige konventionelle Gestaltungsmittel nicht auf die Darstellung am Bildschirm übertragen werden können. Für sie müssen Alternativen gefunden werden, die vom Kartenleser erkannt werden und von ihm nachvollziehbar sind. Andere Gestaltungsmittel, die in gedruckten Karten kaum verwendet werden oder simuliert werden müssen, eignen sich in der Bildschirmvisualisierung dagegen besonders. Die Gestaltung der Karte in der Bildschirmvisualisierung mit geeigneten Mitteln ist der wichtigste Schritt zur Förderung der Lesbarkeit der Darstellung.

Des Weiteren wird gezeigt, dass die spezielle Bildverbesserung den Grad der Lesbarkeit der Karte erheblich erhöhen kann. Mit diesem Gestaltungsmittel wird die Lage einzelner Kartenzeichen in der Bildpunktmatrix festgelegt. Sie hat den Erhalt dieser Lage bei Verschiebung der Darstellung zum Ziel. Ihre Mittel sind auch auf andere Grafik übertragbar und fördern so die grafische Qualität des auf elektronischen Bildträgern angezeigten Bildes. Die spezielle Bildverbesserung ist ein zweiter Schritt zur Entwicklung einer geeigneten Kartengestaltung.

Ein dritter Schritt ist die Bearbeitung der Karte mit Antialiasing. Dies ist eine allgemeine Bild- verbesserung, mit der das Erscheinungsbild der gesamten Darstellung verändert wird.

Auf einem Datenträger beigelegte Kartenproben verdeutlichen die Anwendung der vorgeschlagenen Gestaltungsmittel. Die Proben decken alle Maßstabsbereiche topografischer Karten ab.

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