SmartHOME
SmartHOME
Entwicklung und Untersuchung von vernetzten SmartSensor- und Mess-Systemen zur Steigerung der Energieeffizienz und Wohnqualität sowie zur Verbesserung der Sicherheit in Wohn- und Nutzgebäuden.
Laufzeit: seit Januar 1996
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Film über ausgewählte SmartHOME-Forschungsaktivitäten am Lehrstuhl SMS.
Eine Version des Films mit höherer Auflösung finden Sie
hier
Den Wirtschaftszahlen der Vergangenheit ist zu entnehmen, dass die Sensorik- und
Messtechnikbranche auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten stabile
Zuwachsraten verzeichnet und auf diese Weise sowohl wirtschaftlichen Erfolg als
auch sichere Arbeitsplätze garantiert. Obwohl gegenwärtig insbesondere der
Kraftfahrzeug Bereich und die Medizintechnik als Wachstumstreiber gelten, sind
die Anwendungsgebiete nahezu unbegrenzt. Sensorische und messtechnische Aufgaben
sind in allen Bereichen der zunehmend technisierten Gesellschaft zu lösen.
Im Bereich "Energieversorgung und Energienutzung" sind die Herausforderungen
bereits heute groß und diese werden in Zukunft zweifelsfrei noch weiter
ansteigen. Internationale Klimaschutzberichte zeigen unmissverständlich die
Belastbarkeitsgrenzen unseres Planeten und warnen eindringlich vor einer
Verlängerung der auf fossilen Energieträgern beruhenden Energiepolitik.
Die wissenschaftlich fundierten Fakten sorgen zwar für verstärkte
energiepolitische Diskussionsprozesse auf internationaler Ebene, diese konnten
jedoch bisher keinen globalen Konsens über die zukünftige Energiepolitik
herstellen. Zu verschieden sind die ökonomischen und ökologischen Interessen in
den unterschiedlichen Regionen rund um den Erdball, wobei die globalen Kosten
des Klimawandels auch heute noch überwiegend unbeachtet bleiben. Der Bedarf an
fossilen Energieträgern und ihr Preis stiegen in den letzten zehn Jahren stetig
an. Eine Trendumkehr ist bei Fortführung der momentanen Energiepolitik nicht zu
erwarten.
Zwischenzeitlich ist evident, dass Ökonomie und Ökologie, Wirtschaft und
Umweltschutz keine Gegensätze sind. Laut jüngsten Zahlen aus dem Jahre 2007 des
Bundesumweltministeriums sind in Deutschland beispielsweise allein im Bereich
"erneuerbare Energien" etwa eine viertel Million Beschäftigte tätig, der
Jahresumsatz der Branche beträgt ca. 25 Milliarden Euro.
Ein zukünftig ökologisch und ökonomisch als äußerst attraktiv eingeschätztes
Geschäftsfeld sind Wohn- und Nutzgebäude. Besonders für diesen Bereich ist in
Deutschland und vielen anderen Ländern eine deutliche Intensivierung von
Klimaschutzmaßnahmen, auch durch Gesetze und Verordnungen, zu verzeichnen. Eine
nachhaltige Lösung des "Energieproblems" der Menschheit sowie der Reduktion des
Ausstoßes von Treibhausgasen wie Kohlendioxid kann letzten Endes nur aufgrund
der Sensibilisierung sowie der Beiträge jedes Einzelnen erreicht werden.
Gerade als Gebäudenutzer - ob in der eigenen Wohnung, im Haus oder im Büro -
bieten sich für jeden Einzelnen zahlreiche Möglichkeiten zur Erhöhung der
Energieeffizienz. Betrachtet man den durchschnittlichen Energiemix in deutschen
Privathaushalten so stellt man fest, dass fast drei Viertel des gesamten
Energiebedarfs für Raumwärme aufgewandt wird. Dies zeigt das enorme Energie-
Einsparpotential in den Bereichen Heizung und Lüftung, aber auch in der Kühlung
und Klimatisierung. Denn Gebäude bzw. Räume, die im Winter stark geheizt werden
müssen, besitzen im Sommer meist auch einen hohen Kühlbedarf. Die vielfältigen
Aufgaben, um den Energiebedarf zu senken und gleichzeitig eine hohe Wohnqualität
zu garantieren, können nur mit Hilfe neuartiger, intelligenter Sensoren,
sogenannter SmartSensors, im Zusammenwirken mit modernen Mess-Systemen gelöst
werden.
An der Universität der Bundeswehr München widmet sich der Lehrstuhl für Sensorik
und Mess-Systeme (SMS) in Lehre und Forschung genau diesem Themengebiet. Der
Lehrstuhl SMS betreibt das sogenannte SmartHOME,
in dem vernetzte SmartSensor-Systeme zur Steigerung der Energieeffizienz und der
Wohnqualität, sowie zur Verbesserung der Sicherheit im praktischen Einsatz
getestet und weiterentwickelt werden. Das SmartHOME wird nicht bewohnt, sondern
dient den Wissenschaftlern des Lehrstuhls zur Durchführung ihrer praxisnahen
Forschungsarbeiten, sowie für diverse Informationsveranstaltungen und
Besucherführungen.
Eines der strategischen Ziele des Lehrstuhls SMS ist das sogenannte
"Nullenergie- bzw. Positivenergiehaus", das im Jahresschnitt ohne zusätzliche
fossile Energie für Heizung, Lüftung, Kühlung, Warmwasser und Beleuchtung
auskommt bzw. sogar Überschussenergie aus regenerativen Energiequellen
generiert.
Konzepte für diese Art von Gebäuden sind selbst mit hoch wärmegedämmten
Gebäudehüllen nach dem Passivhausstandard nur dann zu verwirklichen, wenn zwei
Maßnahmen kombiniert werden: Erstens der Einsatz von SmartSensors sowie von
Mess- und Automatisierungstechnik zur Erreichung einer hohen Energieeffizienz
und zweitens die Erzeugung von elektrischer Energie aus erneuerbaren
Energiequellen. Dieses Konzept bildet die Basis für die Entwicklung des
"energieautarken" Gebäudes der Zukunft, das nicht nur im Jahresschnitt, sondern
an jedem Tag des Jahres unabhängig von fossilen Energiequellen ist. Natürlich
müssen gleichzeitig gesunde Wohnbedingungen bzw. eine hohe Wohnqualität
gewährleistet werden. Bei der Entwicklung von technischen Konzepten und Systemen
wird am Lehrstuhl SMS größter Wert gelegt auf hohe Zuverlässigkeit durch
Selbstüberwachung, große Langzeitstabilität, einfache Nachrüstbarkeit,
unkomplizierte Bedienung sowie die automatische Funktionsweise, welche der
jeweiligen Situation angepasst ist. Ganz wichtig ist dabei auch, dass der
Benutzer nach eventueller Warnung jederzeit in den automatischen Betrieb der
Systeme eingreifen können soll, selbst wenn dieser Eingriff aus Sicht der
Energieeffizienz bzw. der Wohnqualität nicht optimal ist.
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