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Stellenangebote

Wissenschaftliche Mitarbeiter/in

 

Wir sind immer auf der Suche nach neuen wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern so, dass die Stellenausschreibungen weiterhin gültig bleiben.


 

International ITG Conference on Systems, Communications and Coding (SCC)

 

Mit einem Grußwort von Herrn Oberst Freitag wurde am 22. Januar 2013 die 9te „International ITG Conference on Systems, Communications and Coding“ (SCC) offiziell eröffnet. Im Audimax der Universität der Bundeswehr München (UniBwM) tagen bis zum 24. Januar 2013 circa 150 Wissenschaftler und Vertreter der Industrie aus den Bereichen „Informationstheorie“, „Kommunikationstechnik“ und „Navigationssysteme“. Auf dem Programm stehen etwa 40 Vorträge begleitet von vier Poster-Sessions. Zudem wird den Teilnehmern im Rahmen der Konferenz die Möglichkeit geboten, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen zu besuchen. Die Konferenz wurde vom Institut für Informationstechnik der UniBwM zusammen mit der Informationstechnischen Gesellschaft (ITG) im VDE organisiert. General Chairs sind Prof. Berthold Lankl, Professor für Informationstechnische Systeme an der UniBwM, und Prof. Gerhard Bauch, derzeit Professor an der Technischen Universität Hamburg-Harburg und ehemaliger Professor für Informationsverarbeitung an der UniBwM. Das vollständige Programm und weitere Informationen zu dieser Veranstaltung sind auf der offiziellen Webseite der Konferenz (http://scc2013.net) verfügbar.


 

AFCEA-Studienpreis für Olt. Jan Lewandowsky M.Sc.

Oberleutnant Jan Lewandowsky erhält für seine Masterarbeit "Analyse und Erprobung mehrstufiger Modulationsverfahren bei Fast-Fading" den mit 6.000 Euro dotierten Studienpreis des Anwenderforum für Fernmeldetechnik, Computer, Elektronik und Automatisierung, AFCEA Bonn e.V.

Im August 2011 hatte er den Master-Studiengang Elektrotechnik und Informationstechnik mit Schwerpunkt Kommunikationstechnik an der UniBw München als Jahrgangsbester absolviert. Für seine "herausragende" Masterarbeit, so die Jury aus fünf Professoren verschiedener Hochschulen, erhielt er nun am Mittwoch, den 30. August 2012, den ersten Preis. Er hatte sich bei der Vergabe gegen 13 Mitbewerber der Universitäten Bw München und Bw Hamburg, Bonn, Koblenz-Landau und der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg durchsetzen können. Die Jury hatte die eingereichten Abschlussarbeiten hinsichtlich Praxisbezug, Erkenntnisgewinn und Originalität, schlüssige Gedankenführung sowie Darstellung bewertet.
 

BrigGen. Staudacher überreicht den Studienpreis an Olt. Lewandowsky; Foto: Bundeswehr/IT-AmtBw
GenMaj. Staudacher überreicht den Studienpreis an Olt. Lewandowsky;
Foto: Bundeswehr/IT-AmtBw

Im Rahmen der Koblenzer Fachtagung IT, die AFCEA gemeinsam mit dem IT-Amt der Bundeswehr in der Falckenstein-Kaserne veranstaltete, wurde ihm der Preis vom AFCEA-Vorsitzenden und Chef des Stabes im Führungsstab der Luftwaffe Generalmajor Erich Staudacher im Beisein von 400 Teilnehmern verliehen. Unter den Teilnehmern waren sein mit angereister betreuender Professor Dr.-Ing. Berthold Lankl vom Institut für Informationstechnik sowie Ministerialdirigient Dr. Dietmar Theis, IT-Direktor im BMVg,  Generalleutnant Reinhard Kammerer, Stellvertretender Befehlshaber des Heeresführungskommando, Brigadegeneral Klaus Veit, Vizepräsident IT-Amt der Bundeswehr und Major General (ret.) Koen Gijsberg, General Manager of NATO Communications & Information Agency. Teil des Preises ist eine dreijährige kostenlose Mitgliedschaft im AFCEA Bonn e.V.

"Mit seiner Arbeit trägt Herr Lewandowsky überaus zum Erkenntnisgewinn auf dem Gebiet der Flugkörperkommunikation bei. Die Erfindung seines Verfahrens 'FADE' stellt eine überragende Innovation in diesem Bereich dar", lobt der Betreuer Prof. Dr.-Ing. Berthold Lankl seinen ehemaligen Studenten.

In seiner Masterarbeit beschäftigt sich Olt. Lewandowsky mit einem Funkübertragungssystem, das am Institut für Informationstechnik entwickelt wird, um eine robuste Kommunikation zu Lenkflugkörpern zu ermöglichen. Ein solches System existiert momentan auf dem europäischen Verteidigungsmarkt nicht. Es soll z.B. durch eine erhöhte Präzision gegenüber Fire-and-Forget-Waffen die Wahrscheinlichkeit eines Kollateralschadens signifikant verringern, einen Missionsabbruch noch kurz vor dem Einschlag ermöglichen und eine Steuerung des Lenkflugkörpers ohne Sichtverbindung zu diesem ermöglichen. Unter den dabei herrschenden Ausbreitungsbedingungen ist es äußerst schwer überhaupt eine robuste Übertragung zu ermöglichen. Weit verbreitete Standardverfahren der Nachrichtentechnik, wie sie z.B. im Mobilfunk verwendet werden, sind unter anderem aufgrund von Mehrwegeausbreitung, sehr hohen Fluggeschwindigkeiten, starken Erschütterungen und notwendiger Störsicherheit nur schlecht nutzbar. In der Fachliteratur sind diese Sonderfälle wenig betrachtet.

Der Preisträger stellt sein Verfahren kurzweilig vor; Bild: intern
Der Preisträger stellt sein Verfahren kurzweilig vor;
Bild: intern

Der Preisträger beschäftigt sich in seiner Masterarbeit auf diesem äußerst anspruchsvollem Gebiet mit dem Thema der inkohärenten Übertragung über stark zeitvariante Funkkanäle. Seine Aufgabe bestand darin, ein bestehendes Übertragungsverfahren zu verbessern, indem er bekannte mehrstufige orthogonale Modulationsverfahren (engl. M-ary orthogonal keying, MOK) darauf anwendet und bezüglich deren Leistungsfähigkeit analysiert. Er zeigt, dass der klassische Ansatz mit inkohärentem MOK dafür wenig zielführend ist, weil eine Erhöhung der Stufenzahl die Leistungsfähigkeit reduziert. Gleichsam verhält sich dieses Verfahren wie die meisten bekannten Verfahren, dass es mit steigender Fluggeschwindigkeit, das bedeutet steigender Dopplerfrequenz, schnell zunehmend unzuverlässig wird. Über die Aufgabenstellung hinausgehend, verbessert Olt. Lewandowsky das bekannte Verfahren durch Anwendung einer differentiellen Detektion, sodass dieses nun mit steigender Stufenzahl leistungsfähiger und robuster gegen hohe Dopplerfrequenzen wird.

Herr Lewandowsky ging an dieser Stelle weiter und erfand im Anschluss ein neues Übertragungsverfahren "FADE", das in erweiterter Form zum Patent angemeldet werden soll. Er erkennt die Leistungsschwäche im Effekt der multiplikativen, zeitvarianten Phasendrehung des Kanals und greift die Ursache dieser Störung an der Wurzel an. Er versucht durch eine geschickte Wahl der Sendesignalfolge die Daten so zu codieren, dass diese am Empfänger mit äußerst geringem Aufwand unabhängig von einer etwaigen Kanaldrehung richtig detektiert werden können.

Herr Lewandowsky wurde bereits als Jahrgangsbester seines Studiengangs und der gesamten Luftwaffe geehrt. Er ist als Radardatenverarbeitungsoffizier der Luftwaffe am Standort Holzdorf in Brandenburg für die Wartung und Anbindung der komplexen Radardatenverarbeitungsanlage zuständig.


 

One-Star-Innovation-Award für Flugkörperkommunikation

Forscher am Institut für Informationstechnik (IIT) erhalten den MBDA Innovation Award 2010 für ihre Beiträge zum Entwurf eines miniaturisierten Datenübertragungs-Demonstrators für die Kommunikation zu Lenkflugkörpern. Die intern ausgeschriebene Auszeichnung der MBD.A Missile Systems erhalten sie als Teil des Teams der LFK Lenkflugkörpersysteme GmbH (Unterschleißheim), das mit dem von Professor Dr.-Ing. Berthold Lankl geleiteten Institut kooperiert. Ihre Arbeit wird damit als herausragender Beitrag zu einer der zehn Schlüsseltechnologien zukünftiger Lenkflugkörper-Verteidigungssysteme gewürdigt.

Aufgrund veränderter Bedrohungslagen werden Truppenteile engmaschiger vernetzt. In dieses Netzwerk sollen sich auch immer intelligenter werdende Lenkflugkörper einfügen, um z.B. Kollateralschäden besser vermeiden zu können. Dazu muss eine stets zuverlässige Kommunikation mit diesen gewährleistet werden.
Bisher erfolgt die Kommunikation auf kurzen Strecken über abgespulte optische Wellenleiter oder auf längeren Strecken über Satellitenfunk. Satellitenkommunikation erfordert neben viel Platz in der Rakete entweder den Besitz eigener Satelliten oder die Verfügbarkeit angemieteter Kapazitäten - beides enorme Kostenfaktoren. Wellenleiter begrenzen nicht nur die Reichweite enorm, sondern bergen auch die Gefahr, dass der Leiter unmittelbar zur Abschussstelle des Lenkflugkörpers zurückführt.
Das Ziel der Arbeitsgruppe ist es, Datenfunkverbindungen zu kleinen Lenkflugkörper, wie sie beispielhaft von Hubschraubern oder Schiffen abgeschossen werden, ohne diese Nachteile herzustellen. Doch die Anforderungen an eine solche Verbindung sind hoch: Der Abschuss soll auch aus einer geschützten Stellung ohne direkter Sichtverbindung zum Flugkörper möglich sein. Dadurch treffen die Funksignale lediglich als schwache Echos am Empfänger ein, die sich darüber hinaus gegenseitig stören. Aufgrund der hohen Fluggeschwindigkeiten verstärkt sich dieser Effekt um ein Vielfaches, und außerdem soll die Übertragung immer noch verlässlich funktionieren, wenn ein Gegner bewusst den Empfang stört.
Professor Lankl und Dipl.-Ing. Stephan Ludwig entwickelten ein Konzept für eine Übertragung, die diesen Anforderungen genügt, und unterstützen das Team der LFK um Dr. Wolfgang Rieck bei seiner Umsetzung in einen Funkübertragungs-Demonstrator. Das System ist auf viele bestehende Waffensysteme anpassbar und benötigt in etwa nur so viel Platz wie eine zusammengedrückte Getränkedose. Mit den Erkenntnissen der ausgiebigen Feldtests, die nun folgen werden, soll das System weiter verfeinert werden.
Am 21.3.2011 wurde ihnen der Preis aus den Händen des MBDA-Direktors für "Engineering & Seekers", Marcello Pacifici, sowie durch den Geschäftsführer der LFK, Werner Kaltenegger, und den Leiter  "Forschung und Entwicklung", Dr. Walter Stammler, verliehen. MBD.A Missile Systems ist der Mutterkonzern der europäischen Lenkflugkörper-Hersteller und nach eigenen Angaben Weltmarkführer für Raketen und Raketen-Verteidigungssysteme.

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Gewinner eines MBDA Innovation Awards (v.r.n.l.): Geschäftsführer Werner kaltenegger (LFK), Stephan Ludwig (IIT), Prof. Berthold Lankl (IIT), Dr. Timo Unger, Thomas Huber, Dr. Wolfgang Rieck, Leiter FuE Dr. Walter Stammler (alle LFK); Es fehlt: Martin Thienel (LFK)

 

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