Buddha-S

Untersuchung von Zustand und Stabilität der Felsnischen der Buddha-Statuen von Bamiyan



Das Felskloster im Tal von Bamian in Afghanistan befindet sich ca. 150 km nordwestlich von Kabul auf einer Höhe von ca. 2,700müNN und besteht aus über 500 Felsenhöhlen sowie zahlreichen Buddha-Statuen. Die größte dieser Statuen besaß eine Höhe von 53m, die kleinere eine Höhe von 35 m. Diese beiden großen sowie zahlreiche kleinere Statuen wurden im März 2001 von den Taliban gesprengt. Der derzeitige Zustand der beiden großen Statuen wurde im Juli 2002 von einer Expertengruppe des ICOMOS unter Beteiligung des Institutes für Bodenmechanik und Grundbau der Universität der Bundeswehr München vor Ort untersucht.

Die beiden großen, in Felsnischen stehenden Buddha-Statuen zeigen in Richtung Südwest. Die Nische des großen Buddhas hat eine Höhe von ca. 58m bei einer Tiefe im oberen Bereich von ca. 8m und im unteren Bereich von ca. 18m. Auf Höhe der Schultern besitzt die Felsnische eine Breite von ca. 17m, im Fußbereich ca. 21m (siehe Bild 1). Die Nische des kleineren Buddhas hat eine Höhe von ca. 38m, eine Tiefe im oberen Bereich von ca. 6m und im unteren von ca. 13m. Die Breite auf Höhe der Schultern beträgt etwa 12m, im Fußbereich ca. 16m (siehe Bild 2).

Die Körper der beiden Statuen sind weitgehend zerstört. Der zerstörte Felskörper des großen Buddha besitzt eine maximale Tiefe von ca. 3m bei einem Gesamtvolumen von ca. 1.200m³. Der gesprengte Felskörper der kleineren Statue besitzt eine maximale Tiefe von ca. 2,0m bei einem Gesamtvolumen von ca. 600m3.
Die heruntergefallenen größten Bruchstücke des großen Buddhas haben ein Volumen von ca. 4m3 und bei dem Kleineren ca. 2,5m3. Die Originaloberfläche der Buddha-Statuen kann bei den heruntergefallenen Felsblöcken deutlich vom restlichen Material unterschieden werden.

Die Felsnischen sowie auch die beiden Buddha-Statuen sind aus den Felswänden herausgearbeitet. Diese Felswände setzen sich im Wesentlichen aus zwei Gesteinsarten zusammen, die in wechselnder Schichtfolge vorliegen. Dabei handelt es sich bei dem Hauptbestandteil (ca. 70% der Statue) um ein typisches, locker gelagertes Konglomerat. Dieses Konglomerat ist von Sandstein durchzogen, welcher jedoch nur ca. 20% des Volumens der Statue ausmacht, bei den restlichen 10% handelt es sich um Oberflächenmaterial.

Druck- und Zugfestigkeit der Materialien sind sehr niedrig, bereits geringe Krafteinwirkungen führen zur Zerstörung.

Das Konglomerat ist sehr wasserempfindlich. Eine Probe des Materials zerfiel bereits nach wenigen Sekunden unter Wasser zu einem Haufen sandigen Kieses. Untersuchungen haben gezeigt, dass es sich bei dem Bindemittel zwischen Sand- und Kieskörnern hauptsächlich um Natriumchlorid-Salz handelt, worin auch die Ursache für die hohe Wasserempfindlichkeit begründet ist. Die Kristalle des Salzes sind unter dem Mikroskop deutlich zu erkennen.
Budd G

Bild 2 Der größte Buddha

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Bild 2: Der kleinere Buddha