Was ist ein Seminar?
Was ist ein Seminar?
Prof. Hans Jürgen Apel schreibt dazu in seinem Artikel Planlos und nach Gewohnheit? Wie gestaltet man universitäre Seminare? (Forschung & Lehre 3/2001, 138-140)Seminare dienen ... dazu, neben der Vorlesung durch angeleitete Studien wissenschaftliche Kenntnisse zu vertiefen, die schriftliche und mündliche Darstellung wissenschaftlicher Sachverhalte zu erlernen und die Diskussion im wissenschaftlichen Modus zu üben.Er unterscheidet 3 Seminarformen:
- Proseminar: Einführung in wissenschaftliche Studien, verbunden mit der Erarbeitung grundlegenden Wissens,
- Hauptseminar: selbstbestimmte Vertiefung der Thematik an vorgegebenen Texten,
- Oberseminar: höheres wissenschaftliches Niveau, eigene Auseinandersetzung mit Fragen, Beurteilung vorgelegter Arbeiten.
Wer vorträgt, soll
- wissenschaftliche Zusammenhänge erarbeiten,
- zentrale Aussagen in eigener Sprache formulieren,
- diese Aussagen dann sprachlich und medial überzeugend (mit Blick auf ihre Adressaten) darstellen,
- diese in einer Diskussion vertreten.
- das Wesentliche des Vorgetragenen erfassen,
- den Fortgang einer Darstellung oder Diskussion zutreffend protokollieren,
- Fragen stellen,
- Thesen diskutieren und
- das Präsentierte nach wissenschaftlichen Kriterien beurteilen.
Grundsätzlich sind Referate Mittel zur geistigen Führung. Wer vorträgt, sucht die geistige Gefolgschaft oder provoziert den Widerspruch. An ihnen ist zu lernen, wie Sachverhalte vor einem Auditorium darzustellen, zu erläutern und zu verteidigen sind.Seminare im umfassenden Sinn bestehen aus
- schriftlicher Ausarbeitung,
- mündlicher Darstellung in der Form des freien Vortrags,
- Beurteilung einer schriftlichen Fassung durch Mitstudierende,
- Diskussion der vorgetragenen Thesen.
Zum Abschluss noch ein weiteres Zitat aus der oben genannten Arbeit:
Seminare ... sollen anregende Stätten einer Bildung durch Sprache, Präsentation und Umgang sein.



